Pressemitteilung Archiv 2017

BBSB fordert Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn

Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e. V. (BBSB) fordert Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn

Bereits am 26.07.2017 nahm der BBSB gegenüber der Landeshauptstadt München Stellung zum Stand der seit 2013 geplanten Gleisraumüberwachung bei der Münchner U-Bahn.

Leider mussten wir feststellen, dass bis dato lediglich ein Feldversuch mit verschiedenen Überwachungssystemen durchgeführt wurde, der kein zufriedenstellendes Ergebnis hinsichtlich der Zuverlässigkeit aller getesteten Systeme brachte.

Der BBSB begrüßt grundsätzlich, dass die Stadt München und die MVG weiterhin die Ver-besserung der Sicherheit für blinde und sehbehinderte Menschen anstreben. Da jedoch der Einsatz von Überwachungssystemen einen Sturz eines blinden Menschen in das Gleisbett, trotz der hohen Kosten, nicht verhindern kann und der Feldversuch nur zu unzureichenden Ergebnissen führte, fordert der BBSB deshalb die Umsetzung von Bahnsteigtüren, die zu einer massiven Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer (nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen) führt.

Diese Bahnsteigtüren müssten aus der Sicht des BBSB nicht einmal raumhoch sein. Es würde ein „halboffenes“ System auf Brüstungs-/Geländerhöhe (ca. 1m über Fertigfußboden) mit Handlauf als Leitlinie, das nicht untergangen werden kann, ausreichen.

Uns ist bewusst, dass hierfür die Abstände der Ein-/Ausstiegstüren der Züge mit den Bahnsteigtüren korrelieren müssen. Dies stellt aber bei einer nach U-Bahn Linien getrennten, abschnittsweisen Realisierung keinen Hindernisgrund für eine zeitnahe Realisierung dar. Da die MVG jede U-Bahn Linie immer mit jeweils gleichartigen Zugtypen bedient, entstehen hierbei keine betrieblichen und/oder baulichen Probleme.

Zusammenfassend sehen wir im Sinne der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und zur Abwendung von akuter Gefahr für Leib und Leben dringenden Handlungsbedarf, zumal sich die Unfälle von Blinden Menschen auf U-Bahnsteigen in jüngster Zeit wieder häufen. Bis jetzt sind viele dieser Unfälle glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Nur der Einsatz von Bahnsteigtüren kann die Gefahr eines Gleissturzes dauerhaft verhindern.

Deshalb fordert der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund eine zeitnahe Umsetzung dieser Lösung.
Dabei ist der BBSB gerne bereit, die Stadt München auf diesem Weg mit fachlicher Beratung zu unterstützen.

Bei Fragen zu dieser Thematik wenden Sie sich bitte an den Landesverkehrsbeauftragten des BBSB,
Herrn Johannes Voit, Tel.: 089 / 559 88-217.