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Filmgenuss auch für Seh- und Hörbehinderte - Festbeträge für Hörgeräte in der GKV - BBSB-Inform - 09.12.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Für seh-und hörbehinderte Menschen ist der Zugang zu kulturellen Aktivitäten nicht oder nur mit großen Einschränkungen möglich. Als eines der ersten Kinos in Deutschland verfügt das Casablanca Filmkunsttheater in Nürnberg seit Oktober über eine innovative Technik, die es Hör- und Sehbehinderten ermöglicht, aktuelle Filme im Kino zu genießen, nicht in speziellen Vorstellungen, sondern im normalen Programm, als Teil des Kino-Publikums.

 

Matthias Damm, Theaterleiter und Disponent: „Mit kleinen Empfängern und Induktionsschleifen zum Umhängen ist es möglich, dass hörbehinderte Menschen den Dialog-Ton über ihr Hörgerät (oder auch über Kopfhörer) genießen können – in weit besserer Qualität als bei den bisher üblichen stationären Induktionsschleifen und in jeder beliebigen Kinovorstellung. Auch Blinde und Sehbehinderte können Filme, für die eine Hörfilm-Fassung zur Verfügung steht, barrierefrei genießen, indem sie die Audiodeskription
über Kopfhörer oder bei einer Hörbehinderung induktiv über das Hörgerät hören.

 

Hörfilm-Fassungen sind im Kino bislang selten“,. So Matthias Damm. „Neue Förderrichtlinien sehen aber vor, dass in vielen Fällen für neue Kinofilme diese Tonspur zur Verfügung gestellt werden muss, wodurch sich das Angebot in Zukunft deutlich erweitern wird.

 

Die Investition wurde durch die Förderung der Nürnberger Marie-Hack-Stiftung, der Filmförderungsanstalt und des FilmFernsehFonds Bayern möglich gemacht. Da der Leistungsumfang der auf dem Markt verfügbaren Technik den Ansprüchen nicht genügte“, so Matthias Damm weiter, „wurde im Haus eine
aufwändige Anpassung des Systems durchgeführt. Blinde und sehbehinderte Menschen, die gleichzeitig Hörgeräteträger sind, können jetzt die Audiodeskription auch über ihr Hörgerät empfangen.“

 

Das Casablanca unterhält seit langem gute Kontakte zu Betroffenenverbänden der Seh-und
Hörbehinderten. Unter anderem wird seit etwa einem Jahr zusammen mit dem Bayerischen Blinden-und Sehbehindertenbund die Reihe „Kino für die Ohren“ organisiert, in der in Sondervorführungen
Hörfilme gezeigt werden. Erst die neu angeschaffte Technik ermöglicht aber, dass diese Tonspur auch in einer ganz normalen Kinovorstellung genutzt werden kann. Matthias Damm appelliert an die Produzenten und Verleiher, den
barrierefreien Film zu forcieren. „Die Erstellung einer Hörfilmfassung“, so Damm,  „kostet wenige tausend Euro. Angesichts des Budgets einer Filmproduktion ist das nichts.“

 

Kontaktdaten:
Casablanca Filmkunsttheater
Brosamerstr. 12
90459 Nürnberg
Tel. (Kino): 0911-454824
Tel. (Büro): 0911-2179246
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.casablanca-nuernberg.de

 

 

Festbeträge für Hörgeräte

seit 01.11.2013 wurde für die schwerhörig Versicherten in der GKV eine neue Festbetragsgruppe gebildet und der Festbetrag für ein Hörgerät auf 733,59 € (vorher 421,28
€) festgesetzt, Ausgenommen von dieser Regelung sind die an Taubheit grenzend schwerhörigen Versicherten, für sie gilt bereits seit 01.03.2012
ein Festbetrag von 786,86 € für ein Hörgerät. 

Wenn ein Hörgerät zum Festbetrag nicht ausreicht, um die individuelle Hörbehinderung auszugleichen und ein teureres gewählt werden muss, um im Alltag die
Hörbehinderung möglichst gut auszugleichen, kann ein Antrag auf Mehrkostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Nicht erstattungsfähig sind
Gebrauchsvorteile, die sich auf Bequemlichkeit, Komfort oder Ästhetik beziehen. Beim Austesten der Hörgeräte muss die gesetzlich vorgeschriebene Reihenfolge
eingehalten werden, ansonsten besteht kein Rechtsanspruch auf Übernahme der Mehrkosten.

 

Mitglieder des BBSB können sich bei der Beantragung durch die jeweiligen
Fachberater der Sozialabteilungen in den Bezirksgruppen unterstützen lassen.

 

Ihr BBSB-Inform

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