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BBSB-Inform Spezial: Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) Schwerpunkte des Jahres 2017 - BBSB-Inform - 06.07.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute startenwir BBSB-Inform Spezial zu unserem Spitzenverband, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV).

Wir wollen sie über die Arbeit informieren.

Wir starten mit Arbeitsschwerpunkten des Jahres 2017.

An den folgenden Freitagen lesen sie weitere Schwerpunkte des DBSV Verbandstag vom 28. Bis 30.6.2018.

Gemeinsam weitersehen - Fragen stellen, Chancen erkennen, Zukunft gestalten!

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV), der älteste deutschlandweite Selbsthilfeverband, vertritt die Interessen der rund 1,2 Mio. blinden und sehbehinderten Menschen, einschließlich der taubblinden und hörseh-behinderten Menschen dieses Landes (nach WHO). Er vertritt ebenso die Interessen der Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung zur Sehbehinderung oder Erblindung führen kann. Wie in den vergangenen Jahren war es auch im Berichtszeitraum seine primäre Aufgabe, die Selbsthilfetradition mit den Anforderungen einer modernen Leistungs-, Industrie- und Kommunikationsgesellschaft zu verknüpfen. Im DBSV bündeln und koordinieren bundesweit 20 selbstständige Landesvereine ihre regionale Arbeit, um gemeinsam handeln und auftreten zu können. Die Landesvereine haben ihrerseits wiederum regionale und örtliche Untergliederungen, in denen das einzelne blinde oder sehbehinderte Mitglied Beratung, Hilfe, Freizeitangebote, Informationen und viele Serviceleistungen erhält. Durch diese regionale Verankerung bietet der DBSV blinden und sehbehinderten Menschen und ihren Angehörigen bundesweit über 250 Anlauf- und Beratungsstellen an. Rund 1.200 selbst betroffene Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in den Strukturen des DBSV ehrenamtlich.

Seit 2002 hat es sich der DBSV darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, die Tätigkeit der zahlreichen Fachorganisationen und -einrichtungen des Blinden- und Sehbehindertenwesens zu koordinieren, was sich in der Umbenennung der korrespondierenden Mitglieder in korporative Mitglieder, der Konstituierung dieses Kreises, seinem nunmehr regelmäßigen Zusammentreten und seiner Vertretung in den DBSV-Organen widerspiegelt. Der DBSV lässt sich dabei von der Überzeugung leiten, dass nur kooperierende Blinden- und Sehbehindertenorganisationen stark genug sind, das gemeinsame Ziel zu erreichen, die Lebenssituation blinder und sehbehinderter Menschen in unserer Gesellschaft nachhaltig zu verbessern.

Strukturen, die der DBSV zu diesem Zweck entwickelt hat, sind

- Verbändeübergreifende Gremien für bestimmte Aufgabenfelder

- Koordinationsstellen für regional tätige Experten

- Bundesweite Fachgruppen, Arbeitskreise, Netzwerke und Aktionsbündnisse

-             Referenten/Beauftragte/Sprecher für Bereiche wie Jugend, Frauen oder Hör-/Sehbehinderte

- Projekte wie der Deutsche Hörfilmpreis oder WEB 2.0

"Gemeinsam weitersehen"

Dieses Motto des Verbandstages 2014 ist Leitlinie der Verbandsarbeit in der laufenden Wahlperiode. Entsprechend setzte der DBSV im Jahr 2017 seine verbandliche Weiterentwicklung und seine politische Arbeit fort. In seinen Kampagnen zur Aufklärung, zur Interessenvertretung, zur gegenseitigen Stärkung und Ermutigung setzte der DBSV gleichermaßen auf verbandsübergreifende Bündnisse und auf die Aktivierung und Einbindung vieler Menschen vor Ort. Im Ergebnis kann der DBSV 2017 auf ein erneut politisch wirksames und in der Öffentlichkeit besonders präsentes Jahr zurückschauen.

Auf allen Ebenen viel Kraft forderte dabei die Mitgestaltung der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG).

Zu den innerverbandlichen Schwerpunkten gehörten eine große Fachtagung, die Zusammenarbeit bei Landesausführungsgesetzen und die unterstützende Vernetzung zur Beantragung der Teilhabeberatungsstellen. Durch die Mitwirkung in Zusammenschlüssen, Begleitgremien, Fachausschüssen, Projektbeiräten und Evaluierungen fand die aktive Interessenvertretung des DBSV zum BTHG ihre uneingeschränkte Fortsetzung

Bei der Umsetzung der Pflegereform wurde gleichzeitig erreicht, dass die Verbesserungen der ambulanten Pflegeleistungen auch bei Blindengeldempfängern ankommen

Ein wirklicher Coup gelang dem DBSV 2017 bei der Novellierung des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG). Es konnte eine ursprünglich nicht vorgesehene Reform der Sehhilfenversorgung in das Gesetz hinein verhandelt werden. Dadurch erhalten gesetzlich Versicherte, die wegen einer Kurz- oder Weitsichtigkeit Gläser mit einer Brechkraft von mehr als 6 Dioptrien oder wegen einer Hornhautverkrümmung von mehr als 4 Dioptrien brauchen, wieder einen Anspruch auf Kostenübernahme. Die Resonanz auf diesen Erfolg war riesig. Nun gilt es, die Festbetragsregelungen zu verändern, damit nach 15 Jahren eine zuzahlungsfreie Versorgung mit Sehhilfen wieder möglich wird

Immerhin auch drei Jahre hat es gedauert, bis auf europäischer Ebene 2017 der Durchbruch zur Ratifizierung des Marrakesch-Vertrages zur besseren Versorgung blinder, sehbehinderter und lesebehinderter Menschen mit barrierefreier Literatur erreicht werden konnte.

Ein wichtiger Teil der Arbeit des DBSV folgt dem Ziel: Mehr Barrierefreiheit wagen. Während in den eigenen Fachgremien, aber auch im DIN und immer mehr in internationalen Ausschüssen die Standards dafür erarbeitet werden, ist mit deren Propagierung und Durchsetzung beinahe der gesamte DBSV befasst. Im Jahr 2017 konnte der Verband sein Projekt "Inklusives Design" erfolgreich zum Abschluss bringen. Das Ergebnis ist die Web-Plattform leserlich.info. Sie gibt Designern, Mediengestaltern und interessierten Laien praxisnahe Empfehlungen für die Gestaltung gut lesbarer Print- und Webprodukte und bietet mit einem Schriftgrößen- und einem Kontrastrechner einen hohen Nutzwert. Begleitend zu dem Online-Angebot sind das Verbandsmagazin "Sichtweisen" (bis Januar 2017: "Gegenwart") und die Webseite des DBSV einem Relaunch unterzogen worden. Damit verfügt der Verband nun über zwei Best-Practice-Beispiele für inklusives Design.

Große Aufmerksamkeit erreichte auch das Aktion-Mensch-geförderte Projekt "Kultur mit allen Sinnen". Es machte 2017 die Dauerausstellung der Berlinischen Galerie für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich. In enger Kooperation mit dem DBSV wurde über zwei Jahre daran gearbeitet, die Sammlungspräsentation "Kunst in Berlin 1880-1980" mit Tastmedien, einem Leitsystem und einer Museums-App auszustatten. Sieben Tastmodelle, eine inklusive App-Tour mit 17 Stationen sowie über 300 laufende Meter taktiles Bodenleitsystem: Mit diesen Angeboten entstand ein Museumserlebnis für alle Sinne, das behinderten und nicht behinderten Menschen offen steht. Eine Erweiterung durch Angebote in Deutscher Gebärdensprache oder Leichter Sprache sollen folgen

Auf barrierefreie Medizinprodukte geradezu angewiesen sind Menschen mit Sehverlust und Diabetes. Einen Fortschritt könnte hier das von den Diabetes-Verbänden entwickelte Diabetes-App-Siegel bringen, das Barrierefreiheit als Vergabekriterium vorsieht. Mit der Kooperation "Diabetes und Auge" konnte der DBSV daran mitwirken

Unverändert sind in Deutschland jedoch nur öffentliche Aufgabenträger zu Barrierefreiheit verpflichtet. Für wesentliche Lebensbereiche bleibt der Fortschritt eine Schnecke. Im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017 forderte der DBSV mit einem großen Verbändebündnis deshalb endlich auch die Verpflichtung Privater.

Die Angebote von Blickpunkt Auge sind inzwischen fester Bestandteil der patientenorientierten Arbeit des DBSV und der 16 beteiligten Landesverbände. Die Entwicklung der Angebote verläuft weiter dynamisch und erfolgreich:

- 2017 wuchs die Zahl der Beratungsstandorte auf über 100.

- Vier Beratungsmobile waren unterwegs und fuhren 287 Städte und Gemeinden an.

- elefonische Beratung boten vier Bundesländer an.

- und 390 Gruppentreffen, Informationsveranstaltungen, Messen etc. wurden organisiert.

- in 2017 wurden rund 10.900 dokumentierte Beratungsgespräche geführt und 9.700 Menschen durch Gruppenangebote und Veranstaltungen erreicht.

Diese Ergebnisse beruhen auf dem großen Engagement aller ehren- und hauptamtlich bei BPA Mitarbeitenden, von denen inzwischen über 250 ihre Ausbildung abgeschlossen haben und zertifiziert sind. Das BPA-Team des DBSV unterstützte diese Entwicklung in gewohnter Weise und strebt den weiteren Ausbau an

In Zeiten begrenzter öffentlicher Förderungen und wachsenden bürgerschaftlichen Engagements ist des Weiteren die Initiative des DBSV hervorzuheben, mit welcher der Verband im Oktober 2000 die Blindenstiftung Deutschland errichtete. Die Stiftung versteht sich als Gemeinschaftsstiftung, die um Zustiftungen wirbt, um zum Wohle blinder und sehbehinderter Menschen weiter wachsen zu können. Mit dem Lore und Edmund Schneider Fonds errichtete die Blindenstiftung Deutschland eine solche Zustiftung beispielsweise als Namensfonds. Ausschüttungen aus diesem Fonds werden nun dauerhaft mit den Namen der Zustifter verbunden sein. Im Berichtszeitraum kamen sie "DBSV Inform" zu Gute. Ihre weiteren Förderungen konzentriert die Stiftung seit 2010 auf Kinder- und Jugendprojekte. Gefördert wurde 2017 das DBSV-Projekt: Jugend barrierefrei im Web.

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