Unser Jugend-Rundschreiben mit allen wichtigen Terminen für das Jahr 2006 ist da! Zwischen 16 und
35 Jahre alte Vereinsmitglieder erhalten es automatisch per Post zugesandt. Außerdem wird es in unserer Mailingliste
und
hier auf dieser Seite veröffentlicht.
Das Rundschreiben informiert dich wieder über Veranstaltungen, die wir geplant haben.
Ein Ratgeber für Eltern blinder, sehbehinderter und mehrfachbehinderter Kinder
Bestellen Sie Ihr Exemplar mit unserem
Online-Bestellformular
Am 5. Juni 2004 fuhr eine Gruppe von 15 Jugendlichen und Begleitern um 23:40 Uhr mit dem Nachtzug Richtung Italien. Es gab sechs Liegewagen- und neun Sitzplätze zu verteilen. Richtig bequem machen konnte man es sich aber nirgends. Am nächsten Morgen trafen wir, nachdem wir in Florenz einmal umgestiegen waren, gegen 10:30 Uhr in Pisa ein, wo uns bereits ein Bus erwartete, der uns zu unserem Hotel, dem „Le Torri — Centro Studi e Riabilitazione Giuseppe Fucà“ in Tirrenia brachte.
Das Hotel liegt etwas zurückgesetzt an einer Hauptstraße und nur 300 Meter vom Strand entfernt. Da es sich um ein Haus des italienischen Blindenverbandes handelt, das nach einem der ehemaligen Vorsitzenden dieser Organisation (Giuseppe Fucà) benannt wurde, ist es in vielen Bereichen auf die Bedürfnisse von Blinden und Sehbehinderten ausgerichtet. So ist beispielsweise der gesamte Weg vom Hotel zum Strand mit Geländern oder Seilen abgegrenzt. Die Hauptstraße überquert man an einer Blindenampel. Am Strand des Hotels gibt es einen Strandwart, der den Badegästen gegebenenfalls behilflich ist. Zur Orientierung dient ein Radio. Anhand der Musik ist der Strand beim Schwimmen im Meer oder bei Strandspaziergängen leicht aufzufinden.
All dies wollten wir noch am Sonntagnachmittag erkunden, nachdem wir uns mit einem reichhaltigen und leckeren Mittagessen gestärkt und unsere kleinen, aber sauberen Zimmer bezogen hatten. Am Sonntag war es noch etwas kühl, aber ab Montag zog es immer mehr von uns in das meist recht ruhige und von Tag zu Tag wärmer werdende Wasser.
Mit zwei Spaziergängen erkundeten wir am Sonntagabend und am Montagvormittag die Ortschaft Tirrenia. Der Montagabend wurde für einen Streifzug durch die Bars von Tirennia genutzt.
Am Dienstagvormittag besuchten wir den Wochenmarkt in Tirrenia, auf dem es von Schuhen über Kleidung und Haushaltswaren so ziemlich alles zu kaufen gab. Nach einem erfrischenden Bad im Meer fuhren wir am Abend mit dem Linienbus ins 12 Kilometer entfernte Livorno, wo wir am Hafen entlang bummelten. Später gab es eine echte italienische Pizza in einer kleinen urigen Pizzeria.
Am Mittwochvormittag fuhren wir mit dem Linienbus ins zirka 20 Kilometer entfernte Pisa. Auf dem Campo dei Miracoli,
dem Hauptplatz der Stadt, angekommen, wagte sich die Mehrheit an die Besteigung des bekannten Schiefen Turmes. Beim
Aufstieg merkte man anhand der ausgetretenen Treppen und der Neigung der Wände erst richtig, wie schief der Turm
wirklich ist. Schade war nur, dass das Sicherheitspersonal den Vollblinden nicht erlaubte, das letzte steile Stück
bis zur Turmspitze hinaufzugehen. Ansonsten hinterließ aber der Besuch des Turms sicherlich bei allen positive
und bleibende Erinnerungen. Ein Großteil unserer Gruppe fuhr nach dem Mittagessen bereits nach Tirrenia zurück,
um sich am Strand zu aalen. Nur ein kleines, kulturinteressiertes Grüppchen schlenderte noch durch die wirklich
sehenswerte Altstadt und besichtigte die Taufkapelle, den Friedhof „Campo Santo“ und die Kathedrale.
Den Donnerstag verbrachten wir am Strand, und wir ließen uns von der ausgezeichneten italienischen Küche des Hotels verwöhnen. Am Abend unternahmen wir einen Spaziergang am Strand entlang zu einer Eisdiele, um wenigstens einmal frisches italienisches Eis zu probieren.
Am Freitagvormittag besuchten wir eine Nudelfabrik in Lari. In einer kurzen Führung wurde uns erklärt, wie
in der kleinen Fabrik aus den 50er Jahren Pasta hergestellt wird. Wir erfuhren, dass der Teig aus Wasser und kanadischem
Weizen besteht,
wie die Nudeln geformt und getrocknet werden und dass die Oberfläche der Pasta rauh sein sollte,
damit die Sauce besser daran haftet. Anschließend hatten wir noch kurz Gelegenheit, den alten Kern des Städtchens
Lari zu erkunden. Den Nachmittag nutzten wir, um uns von Strand und Meer zu verabschieden. Unseren letzten Abend verbrachten
wir auf der Terrasse des Hotels. Neben unserem Abschied musste auch noch der Geburtstag einer unserer Begleiterinnen
gefeiert werden.
… Und dann war schon wieder Samstag. Bereits um 7 Uhr traten wir die Heimreise an. Aber die weite Zugfahrt hat sich auf alle Fälle gelohnt. Für alle Teilnehmer war die Woche viel zu schnell vergangen. Alle wären gerne noch länger geblieben. Vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal. Und für alle diejenigen, die beim Lesen dieses Berichts Lust auf einen Italienurlaub bekommen haben, hier noch die Anschrift des Hotels:
Le Torri
Centro Studi e Riabilitazione “Giuseppe Fucà”
Via delle Orchidee 44
56018 Tirrenia (Pisa)
Telefon +39 (0 50) 3 22 70 – 0 50/3 25 87
Fax +39 (0 50) 3 74 85
E-Mail:
tirrenia@uiciechi.it
Birgit Christoph