Unser Jugend-Rundschreiben mit allen wichtigen Terminen für das Jahr 2006 ist da! Zwischen 16 und
35 Jahre alte Vereinsmitglieder erhalten es automatisch per Post zugesandt. Außerdem wird es in unserer Mailingliste
und
hier auf dieser Seite veröffentlicht.
Das Rundschreiben informiert dich wieder über Veranstaltungen, die wir geplant haben.
Nein — Hochleistungssport war es nicht, was Sascha Schulze zusammen mit dem erfahrenen Saulgruber Gästebetreuer Peter Hammerschmidt für die drei Septembertage vorgesehen hatte, an denen wir mit den Tandems auf Tour gingen. Das sollte es auch gar nicht sein. Vielmehr ging es darum, ein paar Stunden am Tag durch das hügelige Gelände der Region zu fahren, dabei durchaus auch mal ins Schwitzen zu kommen, vor allem aber aus Spaß an der Freude die spätsommerliche Landschaft des sogenannten Pfaffenwinkels aus Radfahrerperspektive zu genießen. Ein paar Tage Urlaub mit ein wenig Sport war also das Motto der Tandemfreizeit, an der sieben blinde bzw. sehbehinderte Jugendliche aus ganz Bayern teilnahmen.
Am Mittwoch vormittag machten wir uns mit sieben Tandems erstmals auf den Weg; unsere erste Tour führte uns an der berühmten Wieskirche vorbei nach Wildsteig, wo wir zum Mittagessen einkehrten. Die Rückfahrt dieser insgesamt etwa 35 km langen Einführungs-Tour war ursprünglich über Bad Bayersoien geplant gewesen, evtl. verbunden mit Baden im dortigen See; auf Schwimmen und anschließendes Hinaufstrampeln zum Aura-Hotel hatte aber kaum jemand so recht Lust, sodass wir uns diesen kleinen Umweg sparten und den Rückweg über Unternock und Altenau antraten.
Am Donnerstag dann ging’s zunächst bergab, nämlich bis Murnau, von dort am Bahngleis entlang nach Uffing am Staffelsee; nach sehr kurzen Pausen dort und in Schöffau nahmen wir unser Mittagessen in Bayersoien ein und fuhren anschließend die letzten paar Kilometer nach Saulgrub — der Anstieg erschien den meisten von uns weitaus weniger „greislig“ als von den Piloten angekündigt. Die dritte und zugleich letzte Tour am Freitag führte uns nach Linderhof und war mit knapp 45 km nur wenig kürzer als die vorangegangene. Unsere Mittagspause am Freitag verbrachten wir in der Ettaler Mühle, einem bekannten und gern besuchten Ort insbesondere für Skilangläufer. Mit dem Wetter hatten wir während der gesamten Tour Glück, denn erst als wir am Freitag abend beim Abendessen saßen, begann es zu donnern und zu regnen.
Die Tandem-Teams wurden täglich neu zusammengestellt: Jede(r) von uns fuhr also jeden Tag mit einem anderen Piloten. Dies war sicherlich sowohl für die Teilnehmenden als auch und gerade für die Piloten sehr von Vorteil, denn obwohl die Unterschiede in Leistung und Ausdauer bei unserer Gruppe nicht allzu groß waren, hat doch jeder Pilot einen etwas anderen Fahrstil und jeder blinde Teilnehmer eben doch seine eigenen Leistungsgrenzen. So waren diese Faktoren bestmöglich ausgeglichen und der Spaß garantiert.
Außerdem gab’s ja nicht „nur“ die vier bis fünf Stunden Tandem-Tour am Tag. Ob Kegeln, Hörfilm, Zusammensitzen und Ratschen in der Halle oder in einem der beiden Stüberl — am späteren Nachmittag und Abend wurde bestimmt niemandem langweilig. Auf den Freitagabend dürfte dies ganz besonders zugetroffen haben, zumal wir eines jener schon legendären „Kerzenlicht-Abendessen“ genießen durften, wie Frau Eckert (Leiterin des Aura-Hotels) das etwa alle drei Wochen stattfindende kulinarische Großereignis zu nennen pflegt. Das Aura-Hotel Saulgrub bietet eben für jeden etwas und ist immer wieder einen Besuch wert — ob zu einer Freizeit, zu Sport und Spiel oder einfach für ein paar erholsame Tage in der schönen Landschaft der Oberammergauer Alpen.
Aleksander Pavkovic