Up To Date mit dem Rundschreiben 2006

Unser Jugend-Rund­schreiben mit allen wichtigen Terminen für das Jahr 2006 ist da! Zwischen 16 und 35 Jahre alte Vereins­mitglieder erhalten es auto­matisch per Post zuge­sandt. Außer­dem wird es in unserer Mailingliste und  hier auf dieser Seite ver­öffent­licht.

Das Rund­schreiben informiert dich wieder über Veran­staltungen, die wir geplant haben.



Strampeln, Schwitzen, Spaß haben

Die Tandem-Jugend­freizeit im Aura-Hotel Saul­grub vom 6. bis 10. September 2005

Nein — Hoch­leistungs­sport war es nicht, was Sascha Schulze zusammen mit dem erfah­renen Saul­gruber Gäste­betreuer Peter Hammer­schmidt für die drei September­tage vor­gesehen hatte, an denen wir mit den Tandems auf Tour gingen. Das sollte es auch gar nicht sein. Viel­mehr ging es darum, ein paar Stunden am Tag durch das hügelige Gelände der Region zu fahren, dabei durch­aus auch mal ins Schwitzen zu kommen, vor allem aber aus Spaß an der Freude die spät­sommerliche Land­schaft des soge­nannten Pfaffen­winkels aus Rad­fahrer­perspektive zu genießen. Ein paar Tage Urlaub mit ein wenig Sport war also das Motto der Tandem­freizeit, an der sieben blinde bzw. sehbehinderte Jugend­liche aus ganz Bayern teil­nahmen.

Am Mittwoch vormittag machten wir uns mit sieben Tandems erst­mals auf den Weg; unsere erste Tour führte uns an der berühmten Wies­kirche vorbei nach Wild­steig, wo wir zum Mittag­essen ein­kehrten. Die Rück­fahrt dieser ins­gesamt etwa 35 km langen Ein­führungs-Tour war ur­sprüng­lich über Bad Bayer­soien geplant gewesen, evtl. verbunden mit Baden im dortigen See; auf Schwimmen und an­schlie­ßendes Hinauf­strampeln zum Aura-Hotel hatte aber kaum jemand so recht Lust, sodass wir uns diesen kleinen Um­weg sparten und den Rück­weg über Unter­nock und Altenau antraten.

Am Donners­tag dann ging’s zunächst bergab, nämlich bis Murnau, von dort am Bahn­gleis entlang nach Uffing am Staffel­see; nach sehr kurzen Pausen dort und in Schöffau nahmen wir unser Mittag­essen in Bayer­soien ein und fuhren anschlie­ßend die letzten paar Kilometer nach Saul­grub — der An­stieg erschien den meisten von uns weit­aus weniger „greislig“ als von den Piloten ange­kündigt. Die dritte und zugleich letzte Tour am Freitag führte uns nach Linder­hof und war mit knapp 45 km nur wenig kürzer als die voran­gegangene. Unsere Mittags­pause am Freitag verbrach­ten wir in der Ettaler Mühle, einem bekannten und gern besuchten Ort ins­besondere für Ski­lang­läufer. Mit dem Wetter hatten wir während der gesamten Tour Glück, denn erst als wir am Freitag abend beim Abend­essen saßen, begann es zu donnern und zu regnen.

Die Tandem-Teams wurden täglich neu zusammen­gestellt: Jede(r) von uns fuhr also jeden Tag mit einem anderen Piloten. Dies war sicher­lich sowohl für die Teil­nehmenden als auch und gerade für die Piloten sehr von Vor­teil, denn obwohl die Unter­schiede in Leistung und Aus­dauer bei unserer Gruppe nicht allzu groß waren, hat doch jeder Pilot einen etwas anderen Fahr­stil und jeder blinde Teil­nehmer eben doch seine eigenen Leistungs­grenzen. So waren diese Faktoren best­möglich aus­geglichen und der Spaß garantiert.

Außer­dem gab’s ja nicht „nur“ die vier bis fünf Stunden Tandem-Tour am Tag. Ob Kegeln, Hör­film, Zusammen­sitzen und Ratschen in der Halle oder in einem der beiden Stüberl — am späteren Nach­mittag und Abend wurde bestimmt nieman­dem lang­weilig. Auf den Freitag­abend dürfte dies ganz besonders zugetroffen haben, zumal wir eines jener schon legen­dären „Kerzen­licht-Abend­essen“ genießen durften, wie Frau Eckert (Leiterin des Aura-Hotels) das etwa alle drei Wochen statt­findende kulina­rische Groß­ereignis zu nennen pflegt. Das Aura-Hotel Saul­grub bietet eben für jeden etwas und ist immer wieder einen Besuch wert — ob zu einer Frei­zeit, zu Sport und Spiel oder einfach für ein paar erhol­same Tage in der schönen Land­schaft der Ober­ammer­gauer Alpen.

Aleksander Pavkovic