Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund sucht eine/n
Mitarbeiter/in des Aufsprachedienstes
Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der über 80000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an — dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Training in Orientierung und Mobilität sowie selbstständiger Haushalts- und Lebensführung; sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.
München, 7. Oktober 2011
„Sehen, was geht!“ lautet das Motto der zehnten bundesweiten Woche des Sehens, die vom 8. bis 15. Oktober 2011 stattfindet. Zum Auftakt der Aktionswoche gestaltete der Baye-rische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) am Freitag, 7. Oktober in seiner Landesgeschäftsstelle eine Presseveranstaltung mit Info-Points zu den Themen Blindheit und Sehbehinderung sowie mit Möglichkeiten zur Selbsterfahrung.
Nachdem Elke Runte, BBSB Leiterin des Bereichs Kommunikation, die Gäste herzlich be-grüßt hatte, formulierte Christian Seuß, BBSB Landesgeschäftsführer, anlässlich der Aktionswoche seinen Wunsch an die Öffentlichkeit: Mitmenschen mit wachen Augen und aufmerksamen Herzen, die Hilfe anbieten und nicht aufdrängen. Benötigen Sie Hilfe? Und wie kann ich helfen? Diese zwei einfachen Sätze seien für blinde und sehbehinderte Menschen sehr nützlich, erklärte Christian Seuß. Und nicht nur für diese. Auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen freuten sich darüber.
Zu erblinden sei ein gravierender Einschnitt, berichtete er aus eigener Erfahrung. „Aber mit Blindheit oder Sehbehinderung ist das Leben nicht zu Ende“, sagte Christian Seuß.
Und was noch alles möglich ist und wie der BBSB Betroffene bei der Neugestaltung des Lebens unterstützen kann, erfuhren die Pressevertreter an den verschiedenen Info-Points, nachdem sie sich kurz zuvor alle sehr erfolgreich der Selbsterfahrung „Kuchen essen mit Augenbinde“ gestellt hatten.
Eine sprechende Küchenwaage, ein Farberkennungsgerät, das bei Berührung die Farbe der Kleidung verrät, oder ein deutlich hörbarer Füllstandsanzeiger an der Kaffeetasse waren nur drei der Haushaltshelfer, die Ina Kreil, Blinden- und Sehbehindertenberaterin, vorstellte.
Im Anschluss demonstrierte BBSB Hilfsmittelberaterin Martina Lerch vergrößernde Sehhil-fen wie Lupe oder Bildschirmlesegerät. Auch erläuterte sie, wie blinde und sehbehinderte Menschen am Computer arbeiten, nämlich mit Braille-Zeile, Sprachausgabe und Vergröße-rungssoftware.
Die sechs Punkte der Braille-Schrift bieten insgesamt 64 Kombinationsmöglichkeiten. „Da-mit kann man das gesamte Alphabet und die Satzzeichen abbilden“, erklärt die Leiterin der Bezirksgruppe Oberbayern-München Heidi Böhm die von Louis Braille erfundene Schrift zum Tasten. Außerdem führte sie eine mechanische Punktschriftschreibmaschine und eine Stenomaschine vor, beides Schreibgeräte für blinde Menschen.
Die Veranstaltung abschließend wies Mobilitätstrainerin Christine Schmidt die Anwesenden in das Gehen mit dem weißen Langstock ein. Es sei besonders wichtig, die anderen Sinne der erblindeten oder sehbehinderten Menschen zu schulen. Und oft seien diese überrascht, was sie jetzt alles wahrnehmen: die Richtung, aus der die Autos kommen, oder den Ab-stand zur Wand gegenüber, den der Luftdruck auf der Haut fühlbar macht.
„Für mich ist es ein großes Geschenk, den Menschen, mit denen ich arbeite, zu helfen, viel von ihrer Lebensqualität wiederzugewinnen“, so Christine Schmidt.
Informationen zu den Veranstaltungen anlässlich der Woche des Sehens finden Sie unter
www.bbsb.org und unter
www.woche-des-sehens.de.
Verfasserin
Daniela Noppeney
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