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Neue
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Veröffentlichungen der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund sucht eine/n
Die gesamte Schriftenreihe zum Blindenrecht finden Sie
hier auf den Internetseiten des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e.V. (DBSV)
München, 3. Juni 2009
Anlässlich des bundesweiten Sehbehindertentages am 6. Juni zeigte der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB), wie man trotz schwerer Sehbehinderung seinen Lieblingsroman, den Fahrplan oder den Beipackzettel seines Medikaments lesen kann.
Am
3. Juni startete Ministerialdirigent Burkard Rappl (StMAS)
unter der Simulationsbrille in Begleitung von Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des
BBSB, zu einem Rundgang im Münchner Hauptbahnhof.
Den Fahrkartenautomaten mit einer starken Sehbehinderung zu benutzen, ist schier unmöglich,
musste er ernüchtert feststellen, noch dazu wenn dieser schlecht beleuchtet ist. Auch die Auswahl
eines Lunchpakets und der Lektüre für
die Zugfahrt fällt mit geringem Sehvermögen schwer.
„Es kommt uns darauf an, deutlich zu machen“, erklärte Christian Seuß, „wo für sehbehinderte Menschen die Schwierigkeiten liegen. Sie brauchen eine kontrastreiche Gestaltung und Umgebung, große und klare Schrift und natürlich blendfreie Beleuchtung.“
In seinem Statement fasste Bayerns Sozialstaatssekretär Markus Sackmann
wichtige Aspekte zusammen: „Den
besonderen Bedürfnissen und Problemen von Menschen mit erheblichen Sehbehinderungen gilt insbesondere
an diesem Tag unsere ganze Aufmerksamkeit. In einer zunehmend visualisierten Umwelt werden die Anforderungen an
das Sehen immer größer. Hier gibt es viel zu tun! Denn die meisten Sinneseindrücke werden über
die Augen wahrgenommen.
Um so wichtiger ist es, dass für Menschen mit einem verringerten Sehvermögen
Fahrpläne ausreichend groß und kontrastreich gedruckt und in Augenhöhe angebracht sind.
Bahnsteigkanten und Treppenstufen müssen kontrastierend markiert, Haltestellen in Bussen und
Bahnen verständlich angesagt werden. Auch Hindernisse im öffentlichen Verkehrsraum müssen
sich von der Umgebung abheben, Leitsysteme und Hinweisschilder übersichtlich
gestaltet und optimal beleuchtet sein.“
Lesen ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken, und je älter wir werden, um so wichtiger wird es für uns. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verbringen 18- bis 25jährige ca. 30 Minuten täglich mit Lesen. Rentner hingegen durchschnittlich mehr als 70 Minuten pro Tag. Gerade für Senioren — rund 75 Prozent der sehbehinderten Menschen sind älter als 60 Jahre — ist es deshalb ein einschneidendes Erlebnis, wenn die Augen schwächer werden und das Lesen plötzlich zum Problem wird.
Hintergrund: Laut WHO gibt es ca. 1 Million sehbehinderter Menschen in Deutschland. In Bayern leben etwa 80000 sehbehinderte und blinde Menschen. Der bundesweite Sehbehindertentag wurde 1998 vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) eingeführt und findet jährlich am 6. Juni statt.
Pressekontakt:
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation
Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 32
elke.runte@bbsb.org
PS: In den Beratungs- und Begegnungszentren des BBSB finden zum Sehbehindertentag weitere Aktionen statt. Gemeinsam mit der Buchhandlungskette Thalia geht es auch dabei um „Lesen für Sehbehinderte“.