Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der über 80000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an — der ambulante Reha-Dienst mit Training in Orientierung und Mobilität, selbstständiger Haushalts- und Lebensführung; sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.
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München, 15. Dezember 2009
Am 11. Dezember 2009 fand in den Räumen des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds e.V. (BBSB) eine bunt besetzte Feier statt, die an die Erstausstrahlung eines Hörfilms in Deutschland erinnerte und einen Rückblick auf 20 Jahre Hörfilm-Geschichte gab.
Geladen waren Filmbeschreiber, Sprecher, Techniker, Programm- und Senderverantwortliche, die an der Erfolgsgeschichte des Hörfilms beteiligt waren und sind. Vertreter von Verbänden und Einrichtungen waren anwesend und als Ehrengast die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Irmgard Badura.

Mit dem US-Kinohit „Die Glücksjäger“ von Arthur Hiller fing am 13. Dezember 1989 im Münchner Filmmuseum alles an. Der unterhaltsame Film mit einem gehörlosen und einem blinden Protagonisten war der erste Film, der mit einer zusätzlichen akustischen Bildbeschreibung blinde und sehbehinderte Filmfreunde erreichte. Jürgen Schau, damals bei Columbia Tristar, hatte sich stark gemacht, um dies zu ermöglichen. Ein weiterer Wegbereiter des Hörfilms war dann 1993 Michael Verhoeven, dessen Film „Eine unheilige Liebe“ im Rahmen des Münchner Filmfests als Hörfilm auf die Leinwand kam.
Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB, zeichnete diese beiden Filmschaffenden für ihr großes Engagement mit der Urkunde „Wegbereiter des Hörfilms“ aus. Leider konnten beide Herren aus Termingründen nicht persönlich anwesend sein.
Christian Seuß hob hervor: „Von den Anfängen des Hörfilms bis zu den rund 770 Sendungen, die in diesem Jahr mit Audiodeskription ausgestrahlt wurden, war es ein langer Weg. Es ist ein schöner Erfolg. Wir wünschen uns jedoch, dass es noch erheblich mehr werden, damit blinde Fernseh- oder Kinozuschauer annähernd die Auswahl haben, die auch Sehenden zur Verfügung steht.“

Gustav Doubrava, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV), ging in seinem Statement auf die Rolle des Spitzenverbandes der blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland ein: „Es war das politische Ziel, die Sendeanstalten für die Produktion von Hörfilmen als ihre Aufgabe innerhalb ihres öffentlich-rechtlichen Auftrags zu gewinnen. Der Bayerische Rundfunk hat dies vorbildlich mit der Schaffung einer Stelle für den immer noch einzigen Hörfilmredakteur in Deutschland realisiert.“ Das Engagement des DBSV wurde unter anderem auch weitergeführt durch die Gründung der Deutschen Hörfilm gemeinnützige GmbH. Darüber hinaus vergibt der DBSV seit 2002 jährlich den Deutschen Hörfilmpreis, der sich zu einem etablierten Medienereignis entwickelt hat.
Für den Bayerischen Rundfunk sprach Werner Reuß, Leiter des Programmbereichs Wissenschaft, Bildung und Geschichte beim Bayerischen Fernsehen. Er stellte dar, dass sich der BR seit 1997 für die Ausstrahlung von Filmen mit Audiodeskription und eben der Schaffung der besagten Stelle eines Hörfilmredakteurs für die Interessen blinder und sehbehinderter Fernsehzuschauer überzeugt engagiert. Der BR produziert inzwischen auch Hörfilme für das schweizerische und das österreichische Fernsehen.
Irmgard Badura, die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ging auf den Aspekt der Teilhabe und der Inklusion auch mit Blick auf die in Deutschland gültige UN-Konvention ein. Sie appellierte besonders an das Private Fernsehen, das sich bislang noch nicht in der Pflicht sehe, Filme mit Audiodeskription zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. „Es steht die Beantwortung meiner diesbezüglichen Anfrage, die ich im Sommer dieses Jahres an die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien gerichtet habe, bis heute noch aus.“
Das kurzweilige Abendprogramm, moderiert von Elmar Dosch, Hörfilmbeauftragter des BBSB, und Bernd Benecke, Hörfilmredakteur des BR, klang aus mit einem Querschnitt von Highlights aus bekannten Hörfilmen.
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