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München, 16. März 2009
Unter dem Motto „Fit for Future — Vier informative Tage rund um den Job“ fanden sich rund 130 Personen im Aura-Hotel Kur- und Begegnungszentrum Saulgrub des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB) ein.

Der BBSB veranstaltete in Kooperation mit den Förderzentren für blinde und sehbehinderte Schüler in Nürnberg, Unterschleißheim bei München und Würzburg sowie mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Integrationsfachdienste München und Nürnberg für die Schüler der 8. und 9. Klassen vom 11. bis 14. März 2009 das Seminar „Fit for Fiture“.
Im Mittelpunkt des Seminars stand ein Überblick über berufliche Möglichkeiten für blinde und sehbehinderte Jugendliche und über spezielle Ausbildungs- und Unterstützungsangebote.
19 Berufstätige schilderten anschaulich und autenthisch, wie sie trotz mehr oder weniger gravierender
Sehbeeinträchtigung im Beruf ihren Mann bzw. Frau stehen.
Die Berufspalette reichte vom Telefonisten und Callcenter-Agent, über IT- und Einzelhandelskaufmann, Physiotherapeut und Tätigkeiten im öffentlichen Dienst bis hin zum Erzieher, Altenpfleger, Hauswirtschafter und zur Restaurantfachkraft.
Auch sogenannte „Nischenberufe“ wie Klavierstimmer, Bürstenmacher und Korbflechter sowie die neu
für blinde Frauen entwickelten Tätigkeit der Medizinischen Tastuntersucherin zur Brustkrebsfrüherkennung
wurden präsentiert.
Bei der anschließenden „Berufswahlhilfe im kleinen Kreis“ gaben die Berufstätigen
im persönlichen Gespräch zahlreiche ergänzende Informationen und Ratschläge.
In speziellen Workshops erhielten die Schüler und Eltern zudem „Informationen aus erster Hand“ über die Möglichkeiten des Besuchs weiterführender Schulen an der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg/Lahn, am Adolf-Weber-Gymnasium in München oder an der Stiftung Pfennigparade mit ihren verschiedenen integrativen Fachoberschulen für Kunst, Soziales, Technik oder Wirtschaft.
Der Workshop „Die Rolle der Eltern bei der Berufswahl und bei der Vorbereitung aufs Berufsleben“ sorge
für einen regen Erfahrungs- und Gedankenaustausch.
Nicht Bevormundung, sondern Ermutigung, aufmerksame Begleitung und Förderung zur Selbstständigkeit
sind wichtige Elemente für das Rollenverständnis der Eltern bei der Berufswahl, bei der Suche ihrer Jugendlichen
nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen und beim Einstieg ins Berufsleben. Dabei wurde klar, dass sehbehinderte
und blinde Jugendliche gegenüber Vorgesetzten und Kollegen offen und selbstbewusst mit ihrer Sinnesbehinderung
umgehen sollten und dass ihnen gelegentliche Negativerlebnisse kaum erspart werden können.

Für sehgeschädigte Schüler mit zusätzlichen Handikaps wurden Informationen zu den Spezialwerkstätten für sehgeschädigte Menschen gegeben; die Verantwortlichen der Einrichtungen aus München (SWW), Nürnberg (NWW) und Pfaffenhausen (Dominikus-Ringeisen-Werk) und einige Beschäftigte machten deutlich, dass die Werkstattarbeit anspruchsvoll und befriedigend zugleich ist.
Informiert, präsentiert und geredet wurde von früh morgens bis in die Nacht hinein.
Das Aura-Hotel Saulgrub erwies sich als hervorragender Seminarort, an dem sich Menschen mit einer Sehbehinderung selbstständig
und sicher orientieren können. Neben zeitgemäß und ansprechend ausgestatteten Seminarräumen und
einer 4-Sterne-Küche verfügt das Haus über vielseitige Freizeitmöglichkeiten im hauseigenen Hallenbad,
in der Sauna, im Jugendraum mit Billiardtisch, in der Kegelbahn und im Fitnessraum.

Nach intensiven Tagen zur vertieften Berufsorientierung klang das Seminar am Freitag abend mit einem festlichen Abendessen und beswingten Rhythmen und Popsongs, die allen Altersgruppen bestens bekannt waren, fröhlich aus.
„Es gibt für jeden einen Weg, und viele unterstützen bei der Berufswahl, bei der Ausbildung und bei der Jobsuche“, so fasste Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB, am Ende noch einmal zusammen. Von Seiten des BBSB stehen verschiedene Angebote für Jugendliche zur Verfügung; zum Beispiel Freizeiten, die von den Jugendreferenten des BBSB organisiert und geleitet werden, Beratung durch die Sozialabteilungen und Integrationsberater des BBSB in Hilfsmittel- und Finanzierungsfragen, der Textservice des BIT-Zentrums des BBSB und berufsbezogene Informationen und Fortbildungsangebote des Forums Arbeit und Beruf (FArBe).
So fuhren die 41 Schüler mit ihren Eltern am 14. März gestärkt und optimistisch wieder nach Hause, um den weiteren Prozess der Berufswahl mit den Lehrkräften und Fachleuten fortzuführen.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation
Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 32
elke.runte@bbsb.org