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Presse­mitteilung

München, 9. Oktober 2008

„Blindes Kind — dunkle Zukunft?“

Positionen der Blinden- und Seh­behin­derten­selbst­hilfe 2008 zum Thema Bildung

Der Baye­rische Blinden- und Seh­behin­derten­bund e.V. (BBSB) hat vor der Land­tags­wahl in Bayern am 28. September 2008 seine Aktion „Sind Sie für uns die richtige Wahl?“ gestartet.

Laut Kultus­minister­konferenz besuchen 7000 Kinder mit dem Förder­schwer­punkt „Sehen“ die deutschen Schulen, der  Deutsche Blinden- und Seh­behin­derten­verband e.V. (DBSV) schätzt aber, dass es mindestens 14000 blinde und seh­behin­derte Schüler gibt. Das sind nur 0,1 % bzw. 0,2 % aller Schüler in Deutsch­land, eine kleine Gruppe, die bei „großen Würfen“ in der Bildungs­politik schon mal leicht vergessen werden kann. Die optimale Förderung in der Schul­zeit ist aber entschei­dend für die Chance auf Teil­habe und Integ­ration in unserer Gesell­schaft. Deshalb treten wir für genau diese Gruppe ein.

Für blinde Schüler stehen heute aus­gereifte pädago­gische Konzepte zur Verfü­gung, durch die sie genau so lernen können wie Kinder mit normalem Seh­vermögen auch. Sie können lernen, über ihre Sinne die Welt zu erfassen und sich innere Bilder von kompli­zierten Zusammen­hängen zu machen. Ihr Tastsinn wird geschult. Sie können mit Hilfe der Blinden­schrift lesen, schreiben und rechnen, Musik nach Noten spielen und kompli­zierte mathe­matische Formeln bear­beiten. Sie können lernen, sich mit tastbaren Unter­richts­materialien, wie Land­karten oder natur­wissen­schaft­lichen Modellen und Skizzen, Vor­stellun­gen von der Welt zu machen und mit technischen Hilfs­mitteln am Computer zu arbeiten. Sie können lernen, ihren Alltag selbst zu meistern und sich in bekannten und fremden Umge­bungen selbst zu orientieren.

Seh­behin­derte Schüler können heute lernen, ihr Seh­vermögen optimal auszu­nutzen und mit optischen und elektro­nischen Sehhilfen genau so gut zu arbeiten wie Sehende.

Durch spezielle Früh­förderung lernen Kinder mit Seh­einschränkung im Vorschul­alter bereits ihre Sinne optimal zu nutzen, sich natürlich zu bewegen und geistig rege zu ent­wickeln.

Aufgrund unserer demo­grafischen Ent­wicklung und medizi­nischer Entwick­lungen wächst der Anteil der Schüler, die außer einer Seh­behin­derung noch weitere teils gravierende Ein­schrän­kungen haben. Auch für diese Menschen gibt es spezielle pädago­gische Förder- und Bildungs­konzepte.

Etwa 27 % der blinden und seh­behin­derten Schüler besuchen heute eine allgemeine Schule, ein doppelt so hoher Anteil wie bei behin­derten Schülern allgemein (13 %).

Doch die Errungen­schaften in der Förderung und Bildung junger blinder und seh­behin­derter Menschen werden durch viele aktuelle Entwick­lungen bedroht:

Der  DBSV und der  Deutsche Verein der Blinden und Seh­behin­derten in Studium und Beruf e. V. (DVBS) setzen sich für folgende Punkte ein:

1. Sozial- und bildungs­politische Rahmen­bedin­gungen

2. Medien und Materialien

3. Soziale Förderung

4. Qualifikation der Lehrkräfte

 

Kontakt in Bayern:

Elke Runte
Leitung Bereich Kommu­nikation

Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 32
 elke.runte@bbsb.org

Blind lernen — wie geht das eigentlich?

Bekommen Kinder mit Seh­ein­schränkung in unserer Gesell­schaft eine faire Chance?
Und wo finden ihre Eltern Unterstützung?

Blindes Kind — dunkle Zukunft?

Antworten gibt die  Woche des Sehens

vom 9. bis 15. Oktober 2008.