Neuauflagen der
EDV-Befehlslisten von
Werner Krauße, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den MS-Office-Programmen Word,
Excel, Outlook sowie dem Windows- und Internet-Explorer.
Kostenlose
Veröffentlichungen der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
zu den Themen:
Sie möchten tagesaktuell Bescheid wissen über die Ereignisse im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund
und über alles, was für Ihr Leben mit Handicap wichtig sein kann? — Möglich
wird dies durch den kostenlosen E-Mail-Informationsdienst „bbsb-inform“.
Wer dabei sein möchte, sendet einfach eine leere E-Mail an
join-bbsb-inform@kbx.de.
Sie haben keine E-Mail-Adresse? Telefonisch erreichen Sie den Dienst rund um die Uhr unter (0 89) 5 59 88 - 2 88 in unserem
BIT-Teleservice.
München, 26. November 2007
Der neu gewählte Vorstand (von links nach rechts):
Otto Umscheid, Elija Morbach, Dr. Thomas Krämer, Wolfgang Kurzer, Jutta Winter, Frank Nohr (kandidierte nicht mehr), Irmgard Badura, Judith Faltl
Unter dem Motto „Gemeinsam weitersehen!“ fand vom 22. bis 24. November die Landestagung des Bayerischen Blinden- und
Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB) statt. Über 100 Delegierte nahmen an der alle vier Jahre stattfindenden Veranstaltung teil.
Nach einem Rückblick auf die vergangene Wahlperiode bildeten die Ausrichtung und die Aufgabenstellung für die Zukunft
die Kernthemen für dieses höchste Gremium der Selbsthilfeorganisation.
Nach der Entgegennahme des Tätigkeits- und Finanzberichts von 2003 bis 2006 und der Entlastung des Landesvorstandes standen die Neuwahlen auf dem Programm.
Mit großer Mehrheit als Landesvorsitzende wieder gewählt wurden Judith Faltl, 38, Unterhaching, und als stellvertretender Landesvorsitzender Wolfgang Kurzer, 45, Nürnberg.
Als Beisitzer wieder gewählt wurden
Neu in den Landesvorstand gewählt wurde Dr. Thomas Krämer, 37, Nürnberg. Frank Nohr, der bisher dem Landesvorstand angehört hatte, kandidierte nicht mehr.
Die Landestagung fasste den Beschluss, die berufsbezogene Vereinsarbeit neu zu organisieren und zukunftsfähiger zu machen. Mit dem neu geschaffenen Forum Arbeit und Beruf will der Verein die Belange blinder und sehbehinderter Berufstätiger und arbeitsuchender Menschen noch gezielter verfolgen.
Eine weitere wichtige Satzungsänderung betont die Arbeit der Selbsthilfeorganisation als Patientenvertretung. Dazu gehören unter anderem die noch engere Zusammenarbeit mit den Augenärzten, noch mehr Informationsveranstaltungen zu bestimmten Augenerkrankungen und die Vertretung von Patienteninteressen gegenüber Medizin und Pharmaindustrie.
Die Landestagung beschloss, für hochgradig sehbehinderte Menschen, die in sechs Bundesländern einen behinderungsbedingten staatlichen Nachteilsausgleich erhalten, auch in Bayern einen finanziellen staatlichen Ausgleich zu fordern. In Anlehnung an das vom bayerischen Staat gewährte Blindengeld wird nun die Forderung erhoben, auch dem Personenkreis der hochgradig Sehbehinderten ein Sehbehindertengeld zu gewähren und damit eine bestehende Versorgungslücke zu schließen. Eine hochgradige Sehbehinderung liegt vor, wenn das Sehvermögen zwischen 2% und 5% auf dem besseren Auge liegt. Bisher müssen sehbehinderte Menschen bestimmte Hilfsmittel und Unterstützungsleistungen zur Alltagsbewältigung, die sie aufgrund der Behinderung brauchen, selbst bezahlen.
Zur Umsetzung dieser Forderung wird der BBSB das politische Gespräch suchen.
In vier Arbeitskreisen erörterten die Tagungsteilnehmer Aufgaben für die Zukunft. Sie trafen sich zu folgenden Themen
Auch die Ergebnisse aus diesen Arbeitsgruppen werden die Arbeit der kommenden Jahre prägen. Darüber hinaus wurde beschlossen, eine Konzeption 2020 zu entwickeln, in der die Ziele und Aufgaben für die kommenden Jahre in einer Art Leitfaden schriftlich dokumentiert werden sollen.
Geehrte Mitglieder (von links nach rechts): Richard Ramer, Jutta Winter, Heinz Beier, Albertine Musack, Andreas Schenk und Walter Bannert
Den Treuering der Organisation erhielten: Heinz Beier, Veitshöchheim, Richard Ramer, Hallstadt, und Jutta Winter, Erlangen.
Im Bild: Sozialministerin Melanie Huml, Eberhard Schellenberger und Judith Faltl
So lautete auch das Motto der Festveranstaltung im Rahmen der Landestagung, für die die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens die Schirmherrschaft übernommen hatte. Kurzweilig moderierte Eberhard Schellenberger, Bayerischer Rundfunk, das abwechslungsreiche Programm. Die frischgebackene Sozialstaatssekretärin Melanie Huml betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig ihr die Zusammenarbeit mit dem BBSB ist. Selbst blinde und sehbehinderte Interviewgäste berichteten aus ihrem persönlichen Leben und ihrem Umgang mit der Behinderung. Auch ein sehendes Elternpaar mit einem kleinen blinden Jungen kam zu Wort. Mit einem sozialpolitischen Statement beendeten die Landesvorsitzende Judith Faltl und der Landesgeschäftsführer Christian Seuß den öffentlichen Teil, zu dem Gäste aus Politik und Gesellschaft nach Bad Kissingen gekommen waren.
Konkret ging es um die Medienversorgung blinder und sehbehinderter Menschen. Die Forderungen heißen: Bücher und Zeitschriften stehen zeitnah in barrierefreier Form zur Verfügung. Erhalt und Weiterentwicklung der Medien produzierenden Einrichtungen in Bayern.
Was Bildung und Beruf betrifft, so fordert der BBSB unter anderem ein gesetzliches Wahlrecht der Schule. Also, die Wahl zwischen Regelschule und Förderschule. Ausreichende Förderstunden beim Besuch einer Regelschule und das notwendige sonderpädagogische Fachwissen an den Förderzentren.
Bei der Novellierung des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes (BayBGG) wird sich der BBSB zu Wort melden und zum Beispiel die gesetzliche Verankerung des genannten Wahlrechts für Eltern bei der Schulwahl einfordern.
Der BBSB unterhält in seinen 10 Beratungsstellen in Bayern ein umfassendes Beratungs- und Reha-Angebot. Dieses Angebot zu erhalten und die Zuschussleistungen des Freistaates Bayern im Rahmen der Richtlinien zur Förderung der offenen Behindertenarbeit auszubauen, ist ein wichtiges Ziel für den BBSB. Im Laufe der letzten 17 Jahre ist die Eigenleistung des BBSB bei den Diensten von anfänglich 10% auf mittlerweile 20–25% angestiegen.
Alle angesprochenen Themen haben auch mit unterschiedlichem Finanzierungsbedarf zu tun. Faltl und Seuß betonten, dass die jeweiligen Kostenträger und Finanzgeber hier ihren Verpflichtungen nachkommen müssen.
Musikalisch unterhalten wurden die 270 Gäste vom
Musikensemble
Blinde Musiker München.
In Bayern leben rund 17000 blinde Menschen und über 60000 mit einer Sehbehinderung. Mit seinen 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe und individuelle Hilfe an. Über die bundesweit einheitliche Rufnummer (0 18 05) 66 64 56 (0,14 €/min) erhalten Betroffene und alle Interessierten Rat und Auskunft.
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.