München, 19. September 2006
Nein,
bei dieser Rallye kam es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf das sichere Ankommen. Um es gleich vorwegzunehmen,
alle 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen kurz vor 12 Uhr heil im Schottenhamelzelt an — mit
von der Partie waren auch Jim, Charly und Bruno, drei Blindenführhunde.
Nach dem großen Erfolg vor einigen Jahren veranstaltete der BBSB am 19. September 2006 die zweite Mobilitätsrallye blinder Menschen zur Wiesn.
Teilnehmen konnten blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen, die mit Langstock oder Führhund mobil sind. Die Teilnehmer mussten eine Schulung in Orientierungs- und Mobilitätstraining (O&M) absolviert haben und mussten in der Lage sein, einen unbekannten Weg in der Großstadt nach genauer Beschreibung zurückzulegen.
Die Route wurde von erfahrenen Lehrern für O&M ausgearbeitet und auf Tonträger gesprochen. So hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Strecke während der Rallye akustisch zu verfolgen.
Die Route war zirka 1,2 Kilometer lang. Sie war in fünf Teile unterteilt — jeweils am Ende einer Teilstrecke wurden die Teilnehmer von einem Streckenposten erwartet und registriert.
Die
Mobilitätsrallye war für die meisten eine Herausforderung. Über den Ohrhörer waren
die Angaben aufmerksam zu verfolgen, und außerdem mussten natürlich die Verkehrsgeräusche ebenso
aufmerksam
beachtet werden. Erschwerend kam hinzu, dass es beim Start gegen 10:45 Uhr heftig regnete, was das Hören zusätzlich
beeinträchtigte. Ziemlich durchnässt, aber erleichtert kamen alle am vereinbarten Treffpunkt an und
stärkten sich im Festzelt bei einer zünftigen Brotzeit.
„Mit unserer Mobilitätsrallye wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, dass blinde Menschen nach einem entsprechenden Training in der Lage sind, unbekannte Wege selbstständig zurückzulegen“, erläuterte Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, mit Blindenlangstock und weiß-blauem Schirm die Mobi-Rallye mitzumachen.
In
Bayern leben rund 17000 blinde Menschen, über 60000 leiden an einer starken Sehbehinderung. Der Bayerische Blinden-
und Sehbehindertenbund bietet ihnen ein umfangreiches und auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes
Angebot an Hilfen. Natürlich gehört hierzu auch die Beantragung eines Orientierungs- und Mobilitätstrainings
bei der zuständigen Krankenkasse sowie die Vermittlung eines Trainers.
Nähere Auskünfte erhalten Sie in einer der zehn Beratungsstellen des BBSB. Unter der bundesweiten Rufnummer (0 18 05) 66 64 56 erreichen Sie die für Sie nächstgelegene.
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
E-Mail:
elke.runte@bbsb.org