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Veröffentlichungen der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
zu den Themen:
München, 30. Oktober 2006
Am 24. Oktober 2006 fand unter der Schirmherrschaft und in Anwesenheit von Karin Stoiber die Präsentation der Blinden- und Sehbehindertenstiftung Bayern statt. Diesmal war die Stiftung, die der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) im Jahr 2000 errichtet hat, zu Gast in den Räumen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Dankenswerterweise hatte diese im 11. Stock ihres Hochhauses den Veranstaltungsraum mit wundervollem Ausblick auf die Stadt und auf ein nachmittägliches Alpenpanorama zur Verfügung gestellt. Unter den zahlreichen Gästen war auch eine ganze Reihe blinder und sehbehinderter Menschen. Die konnten sich das herrliche Panorama des einzigartigen Veranstaltungsortes freilich nur vorstellen.
Judith Faltl, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, ging in ihrer Begrüßung darauf ein, dass der BBSB mit der Blinden- und Sehbehindertenstiftung Bayern eine weitere Möglichkeit geschaffen hat, blinden und sehbehinderten Menschen gezielt und individuell helfen zu können.
Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die zu den betroffenen Menschen in ihrer Region einen engen Bezug hat, betonte, wie wichtig der Stadt eine barrierefreie und behindertengerechte Gestaltung ist.
Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Bayern kann nur Gutes tun und helfen, wenn es Menschen gibt, die sie ideell und finanziell unterstützen.
Am Beispiel der Blinden Musiker München, die den musikalischen Rahmen des kurzweiligen Nachmittags gestalteten, hob Karin Stoiber hervor, wie wichtig auch ihr persönlich das Engagement für blinde und sehbehinderte Menschen ist. Seit Jahren setzt sie sich unter anderem dafür ein, dass das Musikensemble, das der BBSB als Selbsthilfefirma seit 1995 betreibt, beim Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten auftreten kann und zum Beispiel auch schon einmal bei Veranstaltungen bayerischer Staatsministerien, Behörden und Firmen. Sie unterstützt auch viele andere Projekte der Stiftung. Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Bayern unterstützt das Integrationsprojekt Blinde Musiker München. Bei aller Professionalität und über 300 Auftritten im Jahr ist das derzeit achtköpfige Musikensemble nicht in der Lage, seinen kompletten Lebensunterhalt über Gagen einzuspielen. Es bedarf finanzieller Unterstützung, um den Musikern ihren Arbeitsplatz zu erhalten.
Wie blinde und sehbehinderte Menschen leben, wie sie ihr Schicksal meistern, wurde deutlich, als Moderator
und Stiftungsratsvorsitzender
Dr. Helmut Schmidt seine Interviewgäste auf die Bühne bat. Anschaulich und authentisch schilderten die
drei, wie sie gelernt haben, mit der Behinderung zu leben. Heidi Böhm, 51 Jahre alt und als Teenager erblindet,
hat sich nach ihrer Zeit als Hausfrau und Mutter entschlossen, ehrenamtlich im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund
tätig
zu sein. Sie ist stellvertretende Leiterin der Beratungsstelle Oberbayern-München und unterrichtet Blindenschrift.
So hilft sie von Sehverlust betroffenen jüngeren und älteren Menschen, ein Stück Selbstständigkeit
zurückzugewinnen. Gerd Gradwohl, 46 Jahre alt und frischgebackener Physiotherapeut, ging darauf ein, wie er
vor einigen Jahren bedingt durch eine fortschreitende Netzhautdegeneration seine Lebensplanung völlig neu aufstellen
musste und auch beruflich einen neuen Weg finden musste. Bekannt ist er als Medaillengewinner bei den Paralympics im
Alpinen Skifahren. Last, but not least ein junger Mann, der noch viel vor hat. Der kleine Peter,
7 Jahre alt und geburtsblind, scheute sich nicht, vor großem Publikum und laufender Kamera über seine
Hobbys und derzeitigen Berufswünsche
zu plaudern.
Jedes dieser Schicksale hat seine eigene Besonderheit. Gemeinsam jedoch ist das Ziel, trotz der Behinderung ein weitgehend selbstständiges Leben führen zu können. Hier setzt auch die Arbeit des BBSB an. Individuelle Hilfen, um dieses Ziel zu erreichen, bieten die vielfältigen Dienstleistungen des BBSB. Die Blinden- und Sehbehindertenstiftung Bayern leistet ihren finanziellen Beitrag dazu.
In Bayern leben annähernd 80000 blinde und sehbehinderte Menschen aller Altersstufen, wobei die meisten — etwa
75 Prozent — älter als 60 Jahre sind. Nähere Informationen finden Sie unter
www.blinden-und-sehbehindertenstiftung-bayern.de
Über
die Beratungsangebote des BBSB können Sie
sich informieren unter
www.bbsb.org.
Die
Blinden Musiker München
können Sie buchen unter
www.blinde-musiker.de.
Ihre Fragen beantworten wir gerne. Bitte wenden Sie sich an Elke Runte, Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 72,
E-Mail
elke.runte@bbsb.org
Mit
freundlichen Grüßen Ihr
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation
Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 72
Telefax (0 89) 5 59 88 - 1 79
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