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Presse­mitteilung

München, 25. Juli 2006

 

Literatur, Hilfs­mittel und Service für blinde und seh­behin­derte Menschen

BIT-Zentrum im Baye­rischen Blinden- und Seh­behin­derten­bund (BBSB) feiert 20. Geburtstag

Mit einem Tag der offenen Tür, zu dem die Mit­glieder des Baye­rischen Blinden- und Seh­behin­derten­bundes genauso kamen wie sehende Gäste, feierte das BIT-Zentrum 20 Jahre erfolg­reiche Arbeit für blinde und seh­behin­derte Menschen in Bayern und in ganz Deutsch­land.

Als das Beratungs-, Informations- und Textservice-Zentrum (BIT) 1986 seine Tätig­keit aufnahm, hatten blinde und seh­behin­derte Men­schen erstmals die Möglich­keit, Texte nach ihren indivi­duellen Wün­schen in Blinden­schrift über­tragen zu lassen. Ein Auf­sprache­dienst, über den zum Beispiel Romane und Bedienungs­anleitungen auf Kassette auf­gelesen wurden, kam 1987 hinzu. Im Laufe der Jahre weitete sich das Angebot auf Zeit­schriften in Blinden­schrift und auf Hör­kassette aus. Die Her­stellung von Texten in Maxi-Druck, Groß­druck für seh­behin­derte Menschen, wurde 1996 ein­gerichtet.

Zum Angebots­spektrum des BIT-Zentrums gehört außer­dem eine umfas­sende Beratung im Bereich der Hilfs­mittel für All­tag, Beruf und Frei­zeit. Nicht zu vergessen ist hierbei die kompetente Beratung im Gebrauch vergrößernder Seh­hilfen.
In den 20 Jahren seines Bestehens hat das BIT-Zentrum weit mehr als eine Million Hör­kassetten kopiert und über 10 Millionen Seiten in Blinden­schrift ausge­druckt.
Im Kassetten-/CD-Bereich liegt der Anteil der indivi­duellen Auf­träge für den privaten Bedarf bei etwa zwei Drittel, der Anteil der Aufträge für den beruflichen Bedarf liegt bei etwa einem Drittel. Im Blinden­schrift­bereich verhält sich die Verteilung ähnlich. Im BIT-Zentrum werden auch Schul­bücher in blinden- und seh­behin­derten­gerechte Form über­tragen. Die BIT-Palette der Text­über­tragungen schließt mit dem kleinen Segment der Maxi-Druck-Produktion, lesen doch seh­behinderte Menschen meist mit vergrö­ßernden Seh­hilfen.

Eine große Auswahl an Zeit­schriften, auf Kassette, CD und natürlich auch in Blinden­schrift, informiert blinde und seh­behin­derte Lese­ratten von Nah und Fern. Über 5000 Kunden versorgt das BIT-Zentrum jedes Jahr mit Literatur der unter­schied­lichsten Art.

Neben den zehn haupt­amtlichen Mit­arbeite­rinnen und Mitarbeitern ge­hört ein Zivil­dienst­leistender zur Mann­schaft. Für den Aufsprache­dienst sind inzwischen 80 ehren­amtliche Spreche­rinnen und Sprecher tätig. Sie lesen alles, was benötigt wird, auf Kassette und neuer­dings auf DAISY-CD. DAISY-Bücher, das sind die zukunfts­weisenden Hör­bücher für blinde und seh­behin­derte Menschen. Hierbei handelt es sich um ein digitales Auf­zeichnungs­verfahren. In Hör­büchern, die im DAISY-Format aufge­nommen wurden, kann man mit dem passenden Abspiel­gerät navigieren — dies geht bei der herkömm­lichen Hör­kassette und der normalen Audio-CD nicht. Überhaupt musste das BIT-Zentrum in allen Bereichen technisch immer auf der Höhe sein. Die Entwick­lungen waren viel­fältig. Zu nennen ist hier beispiels­weise der Über­gang vom Hör­buch auf Ton­band, auf Kassette bis hin zum eben erwähnten digitalen DAISY-Buch. Bei der Blinden­schrift­über­tragung werden natürlich inzwischen längst alle Finessen der Text­erkennung und –bearbeitung ein­gesetzt.

„Für Tausende blinder und seh­behin­derter Menschen ist das BIT-Zentrum zu einer unverzicht­baren Ein­richtung geworden,“ freute sich Christian Seuß, Landes­geschäfts­führer des BBSB. Er war 1986 Rechts­referendar und als Assistent der Geschäfts­führung auch für den Betrieb des BIT-Zentrums verant­wortlich. Seuß betonte, dass ohne die Hilfe vieler wohl­wollender Menschen das BIT-Zentrum nicht zu dem hätte werden können, was es heute ist. Die finanzielle Hilfe der öffent­lichen Hand und privater Förderer habe den Betrieb des BIT-Zentrums ermöglicht, so Seuß. Der Dank gilt den Baye­rischen Bezirken, der Landes­haupt­stadt München und dem Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Stell­vertretend für private Freunde und Förderer des BIT-Zentrums seien genannt die Firma Datev, der Lions Club München-Grünwald, die Haberland-Wagner-Stiftung und die Helga Cavallo-Stiftung.
Die Produkte des BIT-Zentrums werden übrigens zum Selbst­kosten­preis abgegeben.
Nähere Infor­mationen zu den Leistungen des BIT finden Sie unter  http://www.bbsb.org/unser_angebot/bit.php

Elke Runte

 

Fotos zum honorar­freien Abdruck stellen wir Ihnen gerne zur Ver­fügung. Bitte wenden Sie sich an: 

Baye­rischer Blinden- und Seh­behinderten­bund e.V.
Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 72
Fax (0 89) 5 59 88 - 1 79
 elke.runte@bbsb.org
 www.bbsb.org