Ein Ratgeber für Eltern blinder, sehbehinderter und mehrfachbehinderter Kinder
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Der Leser findet in dem 390 Seiten starken Buch Grundlagen und Hilfen zur Umsetzung der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV). Eine beiliegende CD ergänzt die im Buch enthaltene Fülle von Gestaltungs- und Programmierbeispielen.
Die Autoren sind allesamt anerkannte Experten
für Barrierefreiheit in Information und Kommunikation.
Unter der Leitung von
Jan
Eric Hellbusch haben sie ein Standardwerk
geschaffen, das auch IT-Verantwortliche
und Internetredakteure brennend interessieren
dürfte. Die Urheber erhalten lediglich eine
Umsatzbeteiligung, wenn
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Buch
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„Herzlich willkommen bei dem Spediteur für Möbel, Musikinstrumente, Umzugsgut und sensible Güter“ — so steht es einleitend auf der Homepage der Spedition Kraus & Pabst in Lichtenfels. Weithin sind die Fahrzeuge der Firma an ihrer hervorstechenden Lackierung mit einer Klaviertastatur auf grünweißer Grundlage erkennbar. Am 1. März 1925 gegründet, hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiter entwickelt. Die Kommunikation mit 35 Möbelspediteuren, die den Service vor Ort (Montage, Zustellung, NN-Inkasso) beim Kunden erbringen, erfolgt heute ausschließlich über Datenaustausch.
Sollte es einmal Reklamationen geben, werden diese ebenfalls im Onlineverfahren erfasst. Kaum jemand glaubt, dass Josef Weiß, einer der Mitentwickler dieses Verfahrens, blind ist. In seiner Tätigkeit programmiert er die notwendigen Datenbankabfragen, die über das Internet dem Kunden auf dem Bildschirm dargestellt werden. Neben diesem Projekt, in dem Herr Weiß noch mit einem sehenden Kollegen zusammenarbeitet, kümmert er sich selbstständig um ein EDV-gestütztes Verfahren zur Schadens- und Versicherungsabwicklung, das im Unternehmen selbst zum Einsatz kommt. Um selbst am Bildschirm arbeiten zu können, verwendet er am stationären Computer und am Laptop eine Braillezeile, die den Bildschirminhalt zeilenweise in Punktschrift ausgibt. Ergänzt wird sie noch durch eine Sprachausgabe. „Wenn die Programme im Windows-Standard programmiert sind, kann ich genauso mit EDV arbeiten wie meine sehenden Kollegen“, freut sich Josef Weiß.
Dankbar ist Josef Weiß, dass ihm die Firma Kraus & Pabst bereits im Februar 2002 die Wiedereinstellung zusagte unter der Voraussetzung, dass er die Brailleschrift und die Windows-Oberfläche beherrscht und mit der Programmiersprache JAVA arbeiten kann. „Es ist uns als Arbeitgeber ein Anliegen, durch die Publikation der gelungenen Wiedereingliederung anderen Betroffenen eine Perspektive aufzuzeigen“, sagt Prokurist Gunder Stark, Leiter der Organisation und Datenverarbeitung im Unternehmen.
Zwischen der Zusage und ihrer Einlösung sollten noch mehr als 14 Monate vergehen. In dieser Zeit befand sich Josef Weiß in einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme im Berufsförderungswerk Würzburg, das sich auf die berufliche Bildung von erwachsenen blinden und sehbehinderten Menschen spezialisiert hat. Dort wurde er im Lesen der Punktschrift „auf Tempo“ gebracht, lernte den Umgang mit Windows und arbeitete sich in die Programmiersprache JAVA ein. Den Abschluss der stationären Bildungsmaßnahme bildete ein Praxisbeispiel, das die Firma Kraus & Pabst dem Berufsförderungswerk zur Verfügung stellte. Sie wurde noch um kleinere Schulungssegmente am Arbeitsplatz ergänzt, um auf Fragen eingehen zu können, die Josef Weiß erst nach der Arbeitsaufnahme begegneten. „Das große Engagement des Teilnehmers, verbunden mit der maßgeschneiderten BFW-Schulung ‚Berufliche Anpassung und Fortbildung‘ (BAF) führte zum erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg“, findet Manfred Gerlinger, Abteilungsleiter Assessment im BFW Würzburg, lobende Worte für die aktive Mitarbeit von Josef Weiß.
Eine große Hürde vor der Arbeitsaufnahme war die Anpassung der Programmiersprache JAVA, die anfangs nicht auf der Braillezeile in Punktschrift ausgegeben werden konnte. Insgesamt sechs Versuche mit unterschiedlichen Programmen waren notwendig, um mit Hilfe der Softwaretrainerin Andrea Meyer dieses Problem zu lösen. Bei Arbeitsaufnahme war Josef Weiß der erste bekannte Programmierer in Bayern, der mit JAVA arbeitete. „Trotz seiner Behinderung ist Josef Weiß in der Lage gewesen, nach intensivem Training das sehr komplexe Themengebiet JAVA umfassend zu bearbeiten“, berichtet Andrea Meyer über die Erfolge des absolvierten Trainings.
Am Beginn der beruflichen Beschäftigung finanzierte
die Bundesversicherungsanstalt als zuständiger Rehabilitationsträger über die Bildungsmaßnahme
im BFW Würzburg hinaus die komplette Arbeitsplatzausstattung und gewährte einen Eingliederungszuschuss. „Es
ist mehr als erfreulich, dass es die Firma Kraus & Pabst Herrn Weiß ermöglichte, sein
Arbeitsverhältnis
fortzuführen“, sagt Werner Arnold, zuständiger Rehabilitationsberater der BfA.
Begleitet wurde der gesamte Prozess der beruflichen Wiedereingliederung seit Herbst 2001 durch den Integrationsfachdienst für den Arbeitsagenturbezirk Coburg, Berufsbegleitender Dienst für Blinde und Sehbehinderte des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e.V. (BBSB). Fachberater Andreas Lehmann sorgte dafür, dass die Leistungen aller Beteiligten zielführend vernetzt wurden. „Die Wiedereingliederung von Josef Weiß ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass durch das zielgerichtete Zusammenwirken von Arbeitgeber, Kostenträger, Bildungsträger und Integrationsfachdienst auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine nachhaltige berufliche Integration möglich ist," freut sich Andreas Lehmann und antwortet auf die Frage, ob die Eingliederung von Josef Weiß nun abgeschlossen ist: „Die Weiterentwicklung der am Arbeitsplatz verwendeten Software und auch die Inhalte der jeweiligen Projekte werden immer wieder neue Anpassungen des Arbeitsplatzes und die Vermittlung zusätzlicher Kenntnisse erfordern.“
So ist es nicht verwunderlich, dass Josef Weiß für die nächste Zeit mit Förderung des Integrationsamtes der Regierung von Oberfranken durch Frau Meyer weiter individuell qualifiziert wird, um seinen Aufgaben auch zukünftig nachgehen zu können. „Mit individuellen Hilfsmitteln und Qualifikationen, die aus der Ausgleichsabgabe finanziert werden, können fast alle Arbeitsplätze optimal auf die jeweiligen behinderungsbedingten Bedürfnisse angepasst werden“, beschreibt Manfred Bomball, zuständiger Sachbearbeiter für begleitende Hilfen im Arbeits- und Berufsleben des Integrationsamtes der Regierung von Oberfranken, die Hilfen, die allen Arbeitgebern zur Verfügung stehen, die behinderte Menschen beschäftigen.
Autor: Andreas Lehmann
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
Andreas Lehmann
Fachberater im Integrationsfachdienst für den Arbeitsagenturbezirk Coburg
Berufsbegleitender Dienst
für Blinde
und Sehbehinderte
Danziger Straße 8
97209 Veitshöchheim
Telefon (09 31) 9 87 23
Telefax (09 31) 9 77 23
E-Mail:
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