
Ein Ratgeber für Eltern blinder, sehbehinderter und mehrfachbehinderter Kinder
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Zum seit 40 Jahren stattfindenden Aktionstag blinder Menschen am 15. Oktober veranstaltete der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund in der Landesgeschäftsstelle in München einen „Erlebnisparcours“, der einen Einblick in die Lebenssituation von Menschen ohne Augenlicht vermitteln sollte.
Die sehenden Gäste, eine Gruppe Studenten der Altenpflegeschule Heimerer und eine ganze Reihe von Journalisten, konnten im Dunkelerlebnis für kurze Zeit erspüren, wie es ist, wenn das Auge Urlaub hat und sich die Wahrnehmung auf die anderen Sinne konzentrieren und beschränken muss. Patricia Formisano und Bernhard Claus führten durch den Dunkelraum.
Elmar Dosch, Hörfilmbeauftragter des BBSB, erklärte, was ein Hörfilm ist und was einen guten Hörfilm ausmacht. Audiodeskription heißt hier das Zauberwort und gemeint sind zusätzliche akustische Bildbeschreibungen, die es blinden Zuschauern ermöglichen, einen Film überhaupt zu verfolgen.
Heidi Böhm zeigte Hilfsmittel für den Alltag, zum Beispiel sprechende Uhren
und eine Schablone, mit der man Banknoten und Münzen erkennen kann. Sie erklärte den Besuchern
auch, wie Blindenschrift geschrieben und gelesen wird.
Wer sich dann noch informieren wollte, wie Blindenschriftzeitungen
und Blindenschriftbücher entstehen, der schloss sich einer Gruppe an, die das BIT-Zentrum (Beratung —
Information — Textservice) besichtigte.
Alle Mitarbeiter des BBSB, die den interessierten Gästen Rede und Antwort standen, sind selbst blind und wissen, wie man trotz dieses gravierenden Handicaps ein weitgehend selbstbestimmtes und selbstständiges Leben führen kann. Dies ist jedoch nur möglich nach einem intensiven Training, besonders in Orientierung und Mobilität. Zur selbstständigen Lebensführung gehört auch die Fähigkeit, den Haushalt zu bewältigen. Zur Vermittlung all dieser nötigen Kenntnisse unterhält der BBSB ein flächendeckendes Netz von Dienstleistungen und Angeboten.
In den zehn Beratungsstellen des BBSB finden blinde und sehbehinderte Menschen, deren Angehörige und alle Interessierten kompetente Ansprechpartner.
Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB, hob hervor: „Mit unserer heutigen Aktion wollen wir weiter für die Bedürfnisse blinder Menschen sensibilisieren. Wir wollen aber auch deutlich machen, dass trotz vieler Hilfen und trotz guten Trainings Blindheit und starke Sehbehinderung das Leben eines jeden Betroffenen dramatisch verändern. Die Bewältigung dieses Schicksals ist eine tägliche Herausforderung. Viele der Hilfen, die blinde Menschen benötigen, kosten Geld, daher ist das Blindengeld der wichtigste Nachteilsausgleich, den wir dringend brauchen.“
In Bayern leben knapp 17000 blinde und rund 55000 stark sehbehinderte Menschen. Etwa 70 % der Betroffenen sind älter als 60 Jahre. Als wichtigste Erblindungsursachen gelten die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), das Glaukom (Grüner Star) und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Der Tag des weißen Stocks bildet in diesem Jahr wieder den Abschlusstag der
Woche des Sehens (9. bis 15. Oktober), einem bundesweiten Aktionsbündnis von neun
Partnerorganisationen.
Nähere Informationen hierzu finden Sie auch unter
www.woche-des-sehens.de.
Mit Informationsständen, einem Tag der offenen Tür und auch Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Augenärzten und Optikern beteiligten sich die Beratungsstellen des BBSB an der Woche des Sehens.
Die nächstgelegene Beratungsstelle des BBSB ist unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer (0 18 05) 666 456 (0,12 € pro Minute) zu erreichen. Dort erhalten alle Ratsuchenden Informationen über die verschiedenen Hilfen.
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
Elke Runte
Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 72
Fax (0 89) 5 59 88 - 1 79
elke.runte@bbsb.org
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage
www.bbsb.org