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Löwe mit Augenbinde

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Pressemitteilung

Augen auf in Bayern

Freistaat verlängert Fastenzeit für blinde Menschen
Blindengeldkürzung zwingt zum Verzicht!

Nun ist es leider doch wahr. Der Bayerische Landtag hat mit der Mehrheit der CSU-Fraktion trotz heftiger Proteste von vielen Seiten das Blindengeld in Bayern drastisch gekürzt. Eine Maßnahme, die erstmals seit Einführung nach dem Kriege vorgenommen wurde, führt dazu, dass rund 17000 blinde Menschen in Bayern mit 88 € weniger im Monat auskommen müssen.

Das Blindengeld, eine staatliche Sozialleistung, benötigen und verwenden blinde Menschen, um ihre Selbständigkeit soweit irgend möglich zu wahren. Genützt wird es für Hilfe im Haushalt, bei Einkäufen, für elektronische Hilfsmittel mit Sprachausgabe genauso wie für Begleitung, die notwendig ist, um Arztbesuche oder Behördengänge zu verrichten.

Zum 1. 4. 2004 wurde das Blindengeld nun von bisher 585 € auf 497 € reduziert. Zusätzlich sind die meisten blinden Menschen von Einschnitten und Kürzungen ihrer Einkommen durch höhere Arzneimittelkosten, Rezept- und Praxisgebühren, Verdoppelung ihrer Kosten für die Pflegegeldversicherung und ähnlichen Maßnahmen im Rentenbereich wie jeder Bürger betroffen.

Die Telefone in den Beratungsstellen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Bayern stehen jedenfalls nicht mehr still. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB), der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und die Pro Retina stellen gemeinsam fest, dass viele Betroffene über Sorgen und Nöte berichten, wie sie auch künftig ihre Eigenständigkeit im bisherigen Rahmen erhalten können. Hilferufe kommen von den verschiedensten Personengruppen. Ganz gleich ob Schüler, Studenten, Berufstätige, späterblindete Umschüler oder auch Rentner, alle kämpfen mehr denn je um ihre Gleichstellung im täglichen Leben. Die Probleme reichen von Haushaltshilfen, die nicht mehr erschwinglich sind, Arztterminen, zu denen man sich die Taxifahrt nicht mehr leisten kann, Behördengängen und Einkäufe, zu denen die sehende Begleitung nicht mehr bezahlt werden kann, bis hin zu Fachbüchern, die in Blindenschrift teuer und damit nicht mehr finanzierbar sind.

"Die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe wird mit Nachdruck dafür kämpfen, dass dieser soziale Rückschritt seitens der Politik zurückgenommen wird", so stellt die Landesvorsitzende des BBSB, Judith Faltl, entschlossen fest. Mit verschiedenen Aktionen und Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten aller Fraktionen wollen blinde Menschen Überzeugungsarbeit leisten und den Verantwortlichen die Augen öffnen.

München, den 22. April 2004

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Landesgeschäftsstelle des BBSB, Telefon (0 89) 5 59 88 - 0.