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Zwei Mädchen stehen an einem Basteltisch und basteln eine Maske.

Baye­rischer Blinden- und Seh­behin­derten­bund e.V. (BBSB)

Der BBSB ist die Selbst­hilfe­organi­sation der über 80000 blinden und seh­behin­derten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Inter­essen gegen­über Politik, Wirt­schaft und Öf­fent­lich­keit. Ziel des BBSB ist, blinden und seh­behin­derten Menschen ein selbst­bestimm­tes Leben in der Gemein­schaft zu ermög­lichen. In 10 Beratungs- und Begeg­nungs­zentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an — dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Training in Orientierung und Mobilität sowie selbst­ständiger Haushalts- und Lebens­führung; sozial­rechtliche Beratung, individueller Text­service, berufliche Rehabili­tation, Austausch mit Gleich­betroffenen, Freizeit und Fort­bildung.

Ein Junge tanzt mit einem Mädchen

Presse­mitteilung

München, 20. Januar 2010

Verbesserte Bildungschancen für blinde Kinder

Selbsthilfe stellt Forderungen an die Bildungspolitik

Der Einladung zum „Integrations­treff“ des Baye­rischen Blinden- und Seh­behin­derten­bundes e. V. (BBSB) waren 18 Familien mit insgesamt 34 Kindern von 2 bis 17 Jahren gefolgt — darunter 14 blinde und 4 sehbehinderte Kinder. Bereits zum achten Mal seit 1995 veranstaltete die Selbsthilfe­organisation und Interessen­vertretung blin­der und seh­behin­derter Menschen in Bayern diese für Eltern und Kinder gleicherma­ßen informative und ermutigende Veran­staltung in ihrem blinden­gerechten Aura-Hotel Saulgrub.

Teilnehmer am Integrationstreff 2010 in einem Raum des BBSB in der Münchner Arnulfstraße. Die Erwachsenen sitzen im Hintergrund an Tischen, vorne sitzen Kinder in einer Reihe am Boden.

Vom 15. bis 17. Januar widmeten sich die Teilnehmer besonders dem Thema „Ge­meinsamer Unter­richt blinder bzw. seh­behin­derter Schüler mit sehenden Kindern“, der sogenannten „Schulischen Integration“. Angesichts der seit dem 26. März 2009 auch in Deutschland geltenden UN-Behinderten­rechts­konvention dürfen behinderte Kinder nicht mehr gegen den Willen ihrer Eltern auf eine Förder­schule geschickt werden.

Wesentliche Forderungen des BBSB sind:

  1. Der gleich­berechtigte Zugang blinder und sehbe­hinderter Kinder und Jugend­li­cher zu den Bildungs­angeboten.
  2. Ein Eltern­wahlrecht zwischen Förder­schule und Schulischer Integration.
  3. Ein wesentlicher Ausbau der Mobilen Sonder­päd­agogischen Dienste, so dass alle behinderten Schüler wöchent­lich betreut werden.
    Derzeit stehen den Förder­zentren für blinde und sehbe­hinderte Schüler für fast 1000 Kinder und Jugendliche in Bayern nur 350 Lehrer­stunden zur Verfügung. Dies ist viel zu wenig. „Notwendig wäre das Vier- bis Fünffache“, so Christian Seuß, Landes­geschäfts­führer des BBSB.
  4. Die Verankerung von Standards zur schulischen Integration im Erziehungs- und Unterrichts­gesetz, wie die Unter­stützung von behinderten Schülern durch qualifi­zierte Integrations­helfer, die Versorgung von blinden Schülern mit Schul­büchern und elektro­nischen Hilfs­mitteln und deren unbüro­kratische Finanzierung sowie die Lehrer­fortbildung.
  5. Die Weiter­entwicklung der jetzigen Förder­zentren für Blinde und Seh­behin­derte zu „Inklusiven Schulen“, an denen auch nicht­behinderte Schüler unter­richtet werden.

Die Behinderten­beauf­tragte der Bayerischen Staats­regierung, Irmgard Badura, die am 16. Januar am Integrations­treff teilnahm, informierte die Gäste darüber, dass vor kurzem im Bildungs­ausschuss des Landtags eine inter­fraktionelle Arbeits­gruppe ge­bildet worden ist, die bis Mitte 2010 Vorschläge zur Änderung des Bayerischen Er­ziehungs- und Unter­richts­gesetzes vorlegen soll. Der BBSB hat seine Forderungen hin­sichtlich der Bildung blinder und sehbehin­derter Kinder an die politische Ebene weiter­gegeben und sieht dem Ergebnis der Beratungen gespannt entgegen.

Das Programm zum 8. Integrationstreff und einen ausführlichen Abschlussbericht mit Fotos senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Natürlich vermitteln wir auch den Kontakt zu Eltern oder/und Kindern, die an der Veranstaltung teilgenommen haben.

 

 

Pressekontakt:
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation

Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 32
 elke.runte@bbsb.org