Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund sucht eine/n
Mitarbeiter/in des Aufsprachedienstes
Der BBSB ist die Selbsthilfeorganisation der über 80000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ziel des BBSB ist, blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. In 10 Beratungs- und Begegnungszentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an — dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Training in Orientierung und Mobilität sowie selbstständiger Haushalts- und Lebensführung; sozialrechtliche Beratung, individueller Textservice, berufliche Rehabilitation, Austausch mit Gleichbetroffenen, Freizeit und Fortbildung.
München, 7. Juni 2011
Mit einer rundum gelungenen Feier beging am Montag, 6. Juni, der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) das 25-jährige Bestehen seines Beratungs-, Infor-mations- und Textservice-Zentrums (BIT). Gekommen waren Vertreter aus Politik, Freunde und Förderer, um das Jubiläum der in Deutschland einzigartigen Einrichtung zu feiern. Hier werden seit 1986 Zeichnungen sowie Texte aller Art in blinden- und sehbehindertengerech-te Formate umgesetzt.
Nachdem Elke Runte, BBSB-Leiterin des Bereichs Kommunikation, die Gäste im Münchner Allianz Dialogue Training Center herzlich begrüßt hatte, berichtete BBSB-Landesgeschäftsführer Christian Seuß aus 25 Jahren BIT-Geschichte.
Es freue ihn besonders heute den Geburtstag einer Institution zu feiern, die wesentliche Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit dem 26. März 2009 in Deutschland in Kraft ist, schon vor einem Vierteljahrhundert umzusetzen begann, nämlich behinderten Menschen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein Stück weit zu ermöglichen. Mit der Einrichtung des individuellen Textservices, der blinden und sehbehin-derten Menschen Zugang zu den unterschiedlichsten Informationen eröffne, habe der BBSB die Bedürfnisse der Betroffenen bereits 1986 genau erkannt und damit großen Weit-blick bewiesen, betonte Christian Seuß.
In ihrer gemeinsamen Lesung aus „Wer tötet, handelt“ entführten der Schriftsteller Friedrich Ani und der blinde Hörfunk- und Hörbuchsprecher Reiner Unglaub die Gäste in die Welt des Verbrechens.
Im Anschluss daran gaben Mitarbeiter des BIT Einblicke in die Braille-, Hörbuch- und Hör-filmproduktion. Martina Haidl, Koordinatorin Textservice und stellvertretende BIT-Leiterin, präsentierte sowohl die Umsetzung einer Textdatei in Punktschrift und Großdruck als auch so genannte Tastkopien. Dabei handelt es sich um tastbare Abbildungen von beispielswei-se Landkarten, Zeichnungen oder Organigrammen.
Im Audiobereich sind für blinde und sehbehinderte Menschen so genannte DAISY-Hörbücher von besonderer Bedeutung. DAISY steht für „Digital Accessible Information Sys-tem“ und beschreibt einen technischen Standard, mit dem digitale Hörbücher durch zusätz-liche Navigationsmöglichkeiten sehr präzise, beispielsweise seitengenau, angesteuert wer-den können. Dieses System erklärte Martin Schultz, Mitarbeiter im Audio- und Textbereich, den Gästen an einem Notebook und führte die Software vor, die die Sprecher bei der Auf-nahme von Hörbüchern verwenden.
Hilfsmittelberaterin Martina Lerch demonstrierte neben einem DAISY-Player weitere Hilfs-mittel, wie eine sprechende Uhr und ein Farberkennungsgerät, die blinden oder sehbehin-derten Menschen eine selbständige Bewältigung des Alltags sehr erleichtern.
Aufregender Nervenkitzel erwartete die Gäste im Dunkeln bei Reiner Unglaub’s Lesung der Gruselgeschichte „Zahltag“ aus dem Buch „Eiskalt erwischt“, die in einer unerwarteten Wendung die sprichwörtlichen Leichen, in diesem Falle Leichenteile, aus dem Keller des vermeintlichen Opfers ans Licht beförderte.
Wie hört sich ein Film an ohne Bild und was ist eine Audiodeskription? Das brachte den Gästen BBSB-Hörfilmbeauftragter Elmar Dosch näher, der einen Ausschnitt aus einem be-kannten US-Kinostreifen ganz ohne Bild vorführte, der so nur schwer zu erraten war. Erst im zweiten Durchlauf war der Film - nun mit einer die Szenen beschreibenden Tonspur un-terlegt – eindeutiger zuzuordnen: Es handelte sich um Harrison Ford als Dr. Richard Kimble auf der Flucht vor Marshal Samuel Gerard, gespielt von Tommy Lee Jones. Außerdem gab er einen kurzen Abriss über die Geschichte des Hörfilms von den Anfängen in den USA in den 70er Jahren bis zur heutigen Situation in Deutschland und seinen deutschsprachigen Nachbarn, angereichert mit aktuellen Zahlen: Beispielsweise wurden 2010 rund 1150 Hörfilme ausgestrahlt.
Die Veranstaltung abschließend dankte Elke Runte den Gästen nochmals für ihr Kommen und den Mitarbeitern des BIT für ihre engagierte Arbeit; dem BIT-Zentrum wünschte sie weitere erfolgreiche Jahrzehnte.
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