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Der Baye­rische Blinden- und Seh­behin­derten­bund sucht eine/n

 Auszubildende/ Auszubildenden für die Öffentlichkeitsarbeit

Baye­rischer Blinden- und Seh­behin­derten­bund e.V. (BBSB)

Der BBSB ist die Selbst­hilfe­organi­sation der über 80000 blinden und seh­behin­derten Menschen in Bayern. Er vertritt ihre Inter­essen gegen­über Politik, Wirt­schaft und Öf­fent­lich­keit. Ziel des BBSB ist, blinden und seh­behin­derten Menschen ein selbst­bestimm­tes Leben in der Gemein­schaft zu ermög­lichen. In 10 Beratungs- und Begeg­nungs­zentren bietet der BBSB wohnortnahe Hilfen an — dazu gehören der ambulante Reha-Dienst mit Training in Orientierung und Mobilität sowie selbst­ständiger Haushalts- und Lebens­führung; sozial­rechtliche Beratung, individueller Text­service, berufliche Rehabili­tation, Austausch mit Gleich­betroffenen, Freizeit und Fort­bildung.

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Presse­mitteilung

München, 24. Juli 2010

90 Jahre im Dienste blinder und sehbehinderter Menschen — BBSB feiert und wagt Ausblick

90 Jahre BBSB — aktiv und selbst­bestimmt in die Zukunft

Das Motto ist Programm des Bayerischen Blinden- und Seh­behin­derten­bundes e.V. (BBSB), der am Samstag, 24. Juli 2010 in der Meister­singer­halle in Nürnberg seinen 90. Geburts­tag mit 700 Mitgliedern, Vertretern aus Politik und Gesellschaft, Freunden, Förderern und Mitarbeitern feierte. Die Fest­veran­staltung stand unter der Schirm­herr­schaft des bayerischen Minister­präsidenten Horst Seehofer.

In seinem Eröffnungs­statement ging der Landes­geschäfts­führer des BBSB, Christian Seuß, darauf ein, wie alles 1920 mit der Umbe­nennung des Vereins zur Neu­gestaltung des Bayerischen Blinden­wesens in Bayerischer Blindenbund e.V. in Nürnberg begann. Damals zählte der Verein 61 ordentliche Mitglieder.

Heute hat sich der BBSB zur mitglieder­stärksten Selbst­hilfe­organisation blinder und sehbe­hinderter Menschen in Deutschland entwickelt — rund 8300 ordentliche und 570 fördernde Mitglieder. Anschaulich skizzierte Seuß, wie die blinden und sehbe­hinderten Menschen ihre Sache selbst in die Hand nahmen und sich ebenso hart­näckig wie erfolgreich dafür einsetzten, aus dem Dasein als ungebildete und benach­teiligte Almosen­empfänger herauszukommen. Nur 10 Prozent der blinden und sehbe­hinderten Menschen waren damals in der Lage, ihren Lebens­unterhalt durch eigene Berufs­tätigkeit selbst zu verdienen.

Im Laufe der Jahre baute der BBSB ein flächen­deckendes Netz mit heute zehn Beratungs- und Begegnungs­zentren, verschiedenen Fach­diensten und indivi­duellen Hilfen für alle blinden und sehbe­hinderten Menschen und deren Angehörige auf. Seuß betonte auch die Bedeutung der Kooperationen und Beteiligungen, die den BBSB eng mit Einrichtungen des Blinden- und Seh­behin­derten­wesens und anderen sozialen Ein­richtungen verbinden.

Seuß, Faltl, Kurzer, HaderthauerDie Bayerische Staats­ministerin für Arbeit und Sozial­ordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer, dankte in ihrem Grußwort dem Bayerischen Blinden- und Seh­behin­derten­bund auch im Namen von Herrn Minister­präsident Seehofer für 90 Jahre erfolg­reichen Einsatz für die Belange von blinden und sehbe­hinderten Menschen in Bayern und für das überaus große Engagement in der bayerischen Behinderten­politik. Der Bayerische Blinden- und Sehbehin­dertenbund sei vom hoffnungs­vollen Projekt zu einem gelebten Selbst­hilfe­verband gewachsen, der bayernweit Vorbild­charakter hätte, da er für alle Anliegen der Betroffenen ein äußerst kompetenter und fachkundiger Ansprech­partner sei.

Es folgte eine thematische Zeitreise durch die Jahr­zehnte. Moderator Christian Dellert, Jugend­referent des BBSB, hatte Zeit­zeugen auf die Bühne eingeladen. In lockeren Interviews ging es im Zeit­raffer durch die Geschichte, auch die des BBSB.

Fritz Bachbauer, Nürnberg, der die Nazizeit und den 2. Weltkrieg als junger Mensch erlebte, berichtete aus seiner Erinnerung und stellte darüber hinaus dar, welche Bedeutung das Blinden­geld, das 1949 eingeführt wurde, für ihn persönlich hat.

Gustav Doubrava, Nürnberg und Gerda Kloske-Schindlbeck, Landshut, berichteten über die Entstehung der Bayerischen Blinden­hör­bücherei e.V. und die Wandlung des Blindenkur- und Erholungs­heims in das Aura-Hotel Kur- und Begegnungs­zentrum Saulgrub, das der BBSB im Landkreis Garmisch-Parten­kirchen seit 1962 betreibt. Der große Gönner des BBSB, Konsul Egon von der Brelie, der dem Verein 1963 sein gesamtes Vermögen hinter­ließ und damit die Basis für den Ausbau der segens­reichen Arbeit und die Entwicklung der Selbst­hilfe­organisation legte, fand seine Würdigung.

Otto Umscheid, Veits­höchheim, und Dr. Herbert Demmel, München, erläuterten dem Publikum Aspekte der beruflichen Rehabili­tation und die Arbeit der Bezirks­gruppen und Sozial­abteilungen. Mit der Qualifizierung der selbst betroffenen Blinden- und Seh­behin­derten­berater hat der BBSB ein beispiel­gebendes Fort­bildungs­konzept entwickelt. Herr Umscheid und Herr Dr. Demmel stellten ferner die Bedeutung eines Orientierungs- und Mobilitätstrainings mit dem weißen Stock und das Training zur selbst­ständigen Haushalts- und Lebens­führung heraus, das der BBSB mit seinem ambulanten Reha-Dienst anbietet.

Wolfgang Kurzer, Nürnberg, und Kathrin Schreck, Ingolstadt, gingen besonders ein auf die technische Entwicklung der Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen und die Low-Vision-Rehabilitation, die der Verein in den letzten 15 Jahren intensiv ausgebaut hat, um besonders den Bedürf­nissen sehbehinderter Menschen gerecht zu werden.

Die Landes­vorsitzende des BBSB, Judith Faltl, fasste in ihrem Schlusswort das Geschaffte zusammen und skizzierte die Heraus­forderungen der Zukunft, für die das Kompetenz­zentrum BBSB gut gerüstet ist und im Netzwerk mit Partnern weiter aktiv sein wird.
Die UN-Behin­derten­rechts­konvention, die seit 2009 auch in Deutschland gilt, setzt Maß­stäbe. Faltl führte aus: „Gleichzeitig steigen die Anforderungen an alle Menschen in unserer Gesellschaft und damit auch an Blinde und Sehbe­hinderte. Wir sind konfrontiert mit stetig steigenden Anfor­derungen an die Schul- und Berufs­ausbildung sowie an Mobilität und Flexi­bilität im Berufs­leben. Auch der Umgang mit modernen Kommuni­kations- und Informations­systemen muss ständig angepasst werden. Diesen Heraus­forderungen muss sich die Gesell­schaft stellen, will sie wirklich inklusiv sein.“

Judith Faltl appellierte aber auch nach innen an die 180 hauptamtlichen und 400 ehrenamtlichen Mitarbei­terinnen und Mit­arbeiter des BBSB, nicht nachzulassen in dem Bemühen, für blinde und sehbehinderte Menschen in Bayern der verlässliche Ansprech­partner zu sein, der die passenden Angebote hat, damit ein weitgehend selbst­ständiges und selbst­bestimmtes Leben in der Gemeinschaft möglich ist.

Ein abwechslungs­reiches musikalisches Programm trug zum feierlichen und unterhalt­samen Rahmen des Festes bei. Der Conrad Paumann Chor und der Chor des bbs Nürnberg unter der Leitung von Gabriele Firsching und das Musik­ensemble des BBSB, die Blinde Musiker München unter der Leitung von Johannes Gruber, hatten bekannte und auf die Zeitreise abgestimmte Songs ausgewählt.

 

Pressefotos zum honorarfreien Abdruck stellen wir gerne zur Verfügung.

 

Pressekontakt:
Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB)
Elke Runte
Leitung Bereich Kommunikation

Telefon (0 89) 5 59 88 - 1 32
 elke.runte@bbsb.org